Pressebericht Weidgang Bürgergemeinde vom 27. April 2019

Natur erhalten, Natur gestalten - Die Bürgergemeinde lud zum Weidgang ein

Quelle: Walter Schmid
Die beiden Exkursionsleiter Georges Koch (l) und Herbert Glanzmann freuen sich über den neu erstandenen Längbrunneweiher. Quelle: Walter Schmid

 
Trotz regnerischem Frühlingswetter versammelten sich an die fünfzig Personen zur Wanderung über die ausgedehnte Weide der Bürgergemeinde. Präsident Jürg Uebelhart stellte die beide Exkursionsleiter Georges Koch (Laupersdorf) und Herbert Glanzmann (Welschenrohr) vor. Sie führten vorerst über die Kahlenweide zum Föhrenwald, in dem einzelne Zikaden hausen. Es handelt sich um eine Waldweide, die man zur Förderung von Flora und Fauna vorübergehend einzäunen sollte.
 

Walter Schmid

Grosse Artenvielfalt
Seltene Pflanzen wie das Hirtentäschchen waren an einem Trockenstandort zu entdecken.

Auch die Kleine Orchis blühte in einer grossen Kolonie. „Es ist erstaunlich, welche Vielfalt an Pflanzen und Tieren die Weide aufweist, da staunten selbst meine Gäste aus dem Ausland“, meinte Georges Koch. Dies sei das Ergebnis der naturnahen Bewirtschaftung ohne den Einsatz von Kunstdünger.

Wasser versickert
Der Bärenackerweiher weist wenig Wasser auf. Einerseits fliesst infolge der Trockenperioden weniger Wasser zu. Andererseits versickert das Wasser, da der Boden vor Jahren nur mit Lehm abgedichtet wurde. Eine Sanierung drängt sich auf, möglicherweise auch mit dem Einbau einer Plastikfolie. Dass kein Froschlaich zu entdecken ist, fällt auf. Vielleicht sind daran die in der Nähe nistenden Graureiher schuld.

Über verschiedene Standorte führte Herbert Glanzmann weiter und machte auf die vielfältige Vegetation aufmerksam, je nach Bodengestalt. So trifft man auf saftige Wiesen mit viel Futter für die Rinder, und ein paar Schritte weiter steht man vor kargen, trockenen Abhängen. „Wer mit offenen Augen und Ohren über die Weide geht, kann immer wieder etwas Neues entdecken,“ stellte der Leiter fest. 

Längbrunneweiher fertig gestellt
Mit grossem Aufwand wurde im letzten Herbst das Biotop mit einem Weiher auf der hinteren Weide wieder hergerichtet. Dazu kam eine grosse Baumaschine zum Einsatz, und eine Folie wurde zum Abdichten des Weihers ausgelegt. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen, der Teich ist gefüllt und der schützende Zaun erstellt. Noch sieht es nach Baustelle aus, denn die Begrünung fehlt. „Die Natur wird es richten, Pflanzen spriessen und Tiere stellen sich ein,“ sagte Georges Koch. Er hofft, dass die Geburtshelferkröte, der „Glögglifrosch“, gute Lebensbedingungen vorfinden wird. Sie braucht ständig fliessendes Wasser, in dem sich die Larven entwickeln können.

So fand ein interessanter, lehrreicher Weidgang seinen Abschluss. Regen trieb die Exkursionsteilnehmer Richtung Grünholz zum schützenden Unterstand, wo die Bürgergemeinde zum Abschluss ein Zvieri offerierte.

az Solothurner Zeitung

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