Pressebericht Umzug Mägli vom 21. Oktober 2013

Jetzt hat auch der letzte Bauer von Welschenrohr das Dorf verlassen

Mit Glocken, Treicheln und Schmuck sind die Kuhherde und Begleiter unterwegs. Quelle: Walter Schmid
Quelle: Walter Schmid
Quelle: Walter Schmid
Die Eigentümer Heinz (hinten) und Markus Mägli (vorne rechts) sind mit der Kutsche unterwegs. Quelle: Walter Schmid
Quelle: Walter Schmid
Der markante landwirtschaftliche Neubau im Gebiet Hächler. Quelle: Walter Schmid

Die Zeiten, als mitten im Dorf noch mehrere Bauernhöfe standen, sind vorbei, so auch in Welschenrohr. Hier hat der letzte Bauer an diesem Wochenende seine Sachen gepackt und ist an den Dorfrand gezogen.

 
Walter Schmid

Ein ungewöhnlicher Umzug bewegte sich aus dem Dorf Welschenrohr hinaus Richtung Gänsbrunnen. Rund 40 Milchkühe konnten den neuen Milchviehstall im Hächler beziehen.

Der Umzug stellt einen Meilenstein dar für den Landwirtschaftsbetrieb von Markus Mägli, Welschenrohr, sowie Heinz Mägli, Mümliswil, und dessen Sohn Beat. Dem Entscheid, im Rahmen der Güterregulierung den Landwirtschaftsbetrieb Mägli von der Balmbergstrasse in den Hächler zu verlegen, waren reifliche Überlegungen und langwierige Abklärungen vorausgegangen.

Daran beteiligt waren nebst den Eigentümern das kantonale Amt für Landwirtschaft, die Flurgenossenschaft und die Einwohnergemeinde Welschenrohr, die eine Umzonung vorzunehmen hatte.

Stattliches Gebäude erstellt
Im Hächler, ausserhalb des Dorfes in Richtung Gänsbrunnen, ist nun ein stattliches Gebäude entstanden mit Platz für 60 Milchkühe, für Jungvieh und Kälber. Noch sind nicht alle Arbeiten abgeschlossen, aber soweit gediehen, dass die Milchkühe einziehen konnten. Die Melkstände sind bereit, und die Tiere müssen sich vorerst an die neuen Begebenheiten wie Freilaufstall und Melkablauf gewöhnen.

Im Zuge der Neuzuteilung des Landwirtschaftslandes im Rahmen der Güterregulierung zeigte sich, dass ein Siedlungsbetrieb im Gebiet Hächler sinnvoll wäre. Infrage kam der Betrieb Mägli, an der Balmbergstrasse im Siedlungsgebiet der Gemeinde gelegen. Die Platzverhältnisse waren dort sehr eng, eine Erweiterungsmöglichkeiten oder gar ein Neubau war nicht möglich. So entschieden sich Eigentümer und Flurgenossenschaft für eine Siedlung. Somit ist der letzte Bauernbetrieb aus dem Dorf weggezogen.

Die Liegenschaft an der Balmbergstrasse ist verkauft und wird in einem Pferdebetrieb umgebaut.

Überwacht durch die Polizei wanderten die rund 40 Milchkühe in geordnetem Zug auf der Hauptstrasse aus dem Dorf Richtung Gänsbrunnen. Zahlreichen Helferinnen und Helfern begleiteten die Tiere, und viele Schaulustige verfolgten bei regnerischem Wetter den Umzug. Obwohl zu diesem Zeitpunkt wenig Verkehr herrschte, bildete sich bald eine lange Autokolonne.

Die Autofahrer mussten sich gedulden, bis die Tiere den zweieinhalb Kilometer langen Weg zurückgelegt hatten. Die Jungtiere und Kälber werden je nach Verlauf der Arbeiten ebenfalls in den Neubau im Hächler folgen.

(az Solothuner Zeitung)

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