Pressebericht GV Verein "Freunde der Lochmühle" vom 07. Mai 2019

Geschichtslektion im Mühleraum - Verein "Freunde der Lochmühle" an der ersten Generalversammlung

Quelle: Walter Schmid
Quelle: Walter Schmid

 
Am Ende des ersten Vereinsjahres gaben sich die Mitglieder des Vereins Freunde der Lochmühle Rechenschaft über die Entwicklung ihrer Mühle. Herbert Glanzmann vermittelte im Anschluss der GV einen Überblick über die Entwicklungsstufen in der Geschichte der Müllerei.
 

Walter Schmid

„Es ist kaum zu glauben, was sich in den letzten anderthalb Jahren alles getan hat“, stellte der Präsident Hans Weissmüller fest. Der defekte Mahlgang und der gesetzlich vorgeschriebene Anschluss für Trinkwasser und Kanalisation für den Mühleraum stellten die Eigentümer vor fast unlösbare Probleme. Erst die grosszügige Spende von Anton Gunzinger gab dem Projekt „Sanierung des Mahlganges“ den nötigen Schub. In Verbindung mit der neuen Abwasserleitung am Hammerrain konnten auch die Wasserprobleme gelöst werden.

Gelungene Vereinsgründung
Erfreulich viele Leute traten dem neuen Verein bei, von den 73 Mitgliedern sind auch zahlreiche bereit, Vereinsarbeit zum Unterhalt der Liegenschaft zu leisten. Gesucht sind aber weiterhin neue Mitglieder, Gönner und Sponsoren, damit die Finanzen im Lot bleiben. Kassier Bruno Fink, der auch die ganze Administration besorgt, legte die erste Jahresrechnung vor. Hauptbrocken war die Sanierung des ersten Mahlganges, was Kosten von rund 40 000 Franken verursachte. „Dank der Spende, dem Beitrag des Denkmalschutzes und der Einwohnergemeinde konnte die Rechnung ausgeglichen gestaltet werden,“ erklärte Bruno Fink.

Mühlentag steht am 1. Juni an
Als Höhepunkt im Vereinsjahr steht der Mühlentag 2019 auf dem Programm. Zum sechsten Mal organisiert der Männerchor den Anlass, mit Unterstützung von Mitgliedern des Vereins. Zu diesem Anlass wird der komplett revidierte Mahlgang in Betrieb genommen. An drei Führungen erhalten die Besucher Einblick in die Anlage, in das Getriebe mit dem grossen Kammrad, dessen 150 Holzzähne in aufwändiger Arbeit ersetzt wurden. Der Mühlendoktor Kurt Fasnacht aus Küttigen und freiwillige Helfer leisteten grosse Arbeit.

Aus der Geschichte der Müllerei
„Bei uns begann die Geschichte der Müllerei in der Jungsteinzeit. Um 3000 v. Chr. bauten die Seeuferbewohner Getreide an und mahlten die Körner auf einem Reibstein zu Mehl,“ berichtete Herbert Glanzmann. Zur Zeit der Römer mahlten die Legionäre ihr Getreide auf der sogenannten Legionärsmühle. Ein oberer runder Stein wird auf einem unteren von Hand gedreht. Der Antrieb mit Wasserkraft und mit Windkraft setzt sich im Verlaufe des Mittelalters durch. Mit der Erfindung der Dampfmaschine, des Verbrennungsmotors und des Elektromotors veränderte sich der Antrieb der Mühlen.

Welschenrohrer Mühlen
In der Welschenrohrer Chronik 1979 ist von drei Mühlen die Rede. In einem Lehensbrief zwischen dem Rat der Stadt Solothurn von 1647 ist von der „Mühlin zu Welschenrohr in dem Dorf gelegen“ die Rede. Sie muss am Schafbach gewesen sein, daher auch der Flurname Mühlacker. Aber schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts werden zwei Mühlen genannt, die hintere Mühle, vermutlich am Mühlebach und die vordere am Schafbach. Die untere Mühle, die Lochmühle, wird 1706 erwähnt, als sie Hans Fluri zu Lehen erhielt.

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