Pressebericht Angriff bei Krampuslauf Narrenkomitee vom 16. November 2015

Maskierter Krampus während Umzug mit Vierkant-Holz geschlagen

Schnappschuss vom ersten Krampuslauf der Schweiz.

Beim 1.Krampuslauf der Schweiz in Welschenrohr wurde am Samstag einer der Teilnehmer von einem Zuschauer angegriffen. Der Mann aus dem Kanton St.Gallen brach nach dem Umzug zusammen und wurde schwer verletzt ins Spital gebracht.

 
frb/mm

Offenbar wurde der verkleidete Mann auf der Hauptstrasse in Welschenrohr auf der Höhe Tea Room angegriffen. Das berichtet «Radio32» in Berufung auf Hörer. 

Organisator Frank Bielmeier, Präsident der Schnapslochgeister, bestätigt, dass während des Umzugs einer der mitlaufenden maskierten Krampusse von einem Zuschauer massiv attackiert worden ist. Es sei ein junger Mann in einer kleinen Gruppe gewesen, der – bewaffnet mit einem Vierkantholz – unvermittelt einem Krampus ins Gesicht und danach seitlich in die Rippen schlug.

Der Angegriffene sei sofort zu Boden gegangen, habe sich dann aber wieder aufgerappelt und habe den Umzug zu Ende absolviert. Danach sei er aber zusammengebrochen. Man habe sofort die Ambulanz nach Welschenrohr beordert (die Rega hätte länger gebraucht) und der Mann, ein Teilnehmer einer Gruppe aus dem Sankt Galler Rheintal, sei ins Bürgerspital Solothurn gebracht worden.

Man habe bei ihm eine schwere Rippenprellung festgestellt, die vom Schlag herrühren müsse und eine Schulterverletzung, die wahrscheinlich vom Sturz herrühre, so Bielmeier. Einen Tag später sei der Mann wieder nach Hause gereist und auch dort nochmals kurzzeitig im Spital gewesen. Er sei derzeit arbeitsunfähig.

Zurückhaltend mit Angriffen
«Es schmerzt mich, dass das passiert ist, umso mehr dieser Krampuslauf aus meiner Sicht das beste war, was seit langem in Welschenrohr abging», meint Bielmeier.» Zuden haben wir unseren Teilnehmern erklärt, sie sollen sich mit Angriffen aufs Publikum – was bei Krampusläufen üblich ist – zurückhalten. Wir wollen einen gemütlichen Umzug.» Und Bielmeier erklärt, dass insbesondere die Gruppen aus Österreich bei solchen Umzügen nicht zimperlich mit Zuschauern umgehen. «Dass nun ausgerechnet eine Schweizer Gruppe so angegriffen worden ist, enttäuscht uns alle sehr».

Die meisten Zuschauer hätten von dem Vorfall ohnehin nichts mitbekommen, so Bielmeier weiter. «Krampusse laufen bei ihren Umzügen hin und wieder ineinander, verkeilen sich oder stellen einander ein Bein. So meinten wohl viele Leute, als der Geschlagene zu Boden ging, das sei nur Show.»

Die Ermittlungen gegen diesen Schläger laufen, er wolle weiter nichts sagen, erklärt Bielmeier. Nur noch soviel: wer Fotos oder Filme hat, auf denen der Angriff zu sehen ist, soll sich bei der Polizei melden. Diese sucht zur Ermittlung des Täters Zeugen. 

Der Gesuchte ist laut Polizei zwischen 20 und 25 Jahre alt, zirka 180 cm gross, kräftige Statur, breites Gesicht, braune Augen und hatte zum Zeitpunkt des Vorfalls einen schmalen Bart um den Mund. Er trug eine schwarze Jacke mit weissem Logo auf der Brust sowie ein schwarzes Baseballcap mit den Buchstaben SQS. Er hielt sich in einer Gruppe von vier bis fünf Personen auf, die allesamt dieselbe Jacke trugen wie der Täter.    

Personen, die Angaben zum Vorfall oder zur Identität des Täters machen können, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei Solothurn in Balsthal in Verbindung zu setzen, Telefon 062 386 72 72.

Zum Jubiläum
Das Narrenkomitee Schnapsloch Welschenrohr führte am Samstag aus Anlass des 70-Jahre-Jubiläums zusammen mit den Schnapslochgeistern den 1. Krampuslauf der Schweiz durch.

Der Krampus ist eigentlich eine Schreckensgestalt, die jeweils in Begleitung des heiligen Nikolaus unterwegs ist. Der eigentliche Adventsbrauch stammt aus dem Ostalpenraum: Von Bayern bis nach Ungarn, der Slowakei, Tschechien bis ins Südtirol.

Bei diesem Brauch werden die folgsamen Kinder vom Nikolaus beschenkt und die weniger braven Jungs und Mädchen vom Krampus bestraft. Schaurig schön, aber auch ein bisschen schreckhaft zogen die Krampusse in ihrer Gruppenformation durch das Geisterdorf von Welschenrohr.

Am Umzug wurden die vielen Besucher von den teuflischen Gestalten und Geistern ins Umzugsgeschehen mit einbezogen. Aus der Region waren die Wiggertaler Tüfle aus Zofingen die auffälligste Gruppe. Von der gelungenen Veranstaltung wird es eine weitere Auflage des Krampuslaufes in Welschenrohr geben.

(az Solothurner Zeitung)

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