Zum 25-Jahr-Jubiläum gelingt der Coup: Thaler Firma sichert sich Patent für neuartigen Kugelhahn

 
Mit der Entwicklung und der Produktion eines mit Teflon ausgekleideter Kugelhahns für den industriellen Einsatz kann die ChemValve-Schmid AG ihre Position auf dem Weltmarkt stärken.

 
Rhaban Straumann

Kurz vor ihrem 25-jährigen Bestehen gelingt der Firma ChemValve-Schmid AG ein zukunftsweisender Coup. Das in der Armaturenbranche tätige Unternehmen sichert sich mit seinem belgischen Partner Inno-Mould das weltweite Patent für die Entwicklung und Herstellung eines neuartigen Kugelhahns.

Damit letzterer in Welschenrohr produziert werden kann, sind zweierlei Voraussetzungen zu erfüllen: Erstens eine Maschine mitsamt Softwaresteuerung, die das kann, zweitens eine entsprechende Produktionsfläche.

Während die Konstruktion der einzigartigen Produktionsmaschine für ein ebensolches Produkt auf Hochtouren läuft, darf von Glück gesprochen werden, dass in unmittelbarer Nähe des Thaler Nischenspielers eine Fabrikationshalle frei wurde. Ende 2016 konnte die ChemValve-Schmid AG die Räumlichkeiten der Avet AG aus Rüti ZH abkaufen, welche die Produktion ins günstige Ausland verlagerte.

Qualität für tiefere Kosten
Das neue Produkt, ein mit Teflon ausgekleideter Kugelhahn für den industriellen Einsatz im Umgang mit hoch korrosiven Säuren und Laugen, unterscheidet sich durch entscheidende Details von den Konkurrenzprodukten. Das Gehäuse wurde im Baukastensystem entwickelt, was die Montage gemäss allen weltweit gängigen Normen und Standards ermöglicht.

Die patentierte Weltneuheit und Hauptinnovation liegt insbesondere in der Verbindung zwischen Kugel und Betätigungswelle: Vorteile marktüblicher Produkte – insbesondere die bewegliche Kugel, welche eine hohe Dichtigkeit bewirkt – und Elimination entscheidender Nachteile, nämlich der Verschleiss zwischen Kugel und Welle, führen zu langer Lebenszeit und somit zu niedrigen Gesamtkosten für den Anlagenbetreiber.

Auch bei der Entwicklung der Produktionsmaschinen ist Erfindergeist gefragt. Dazu wurde in den vergangenen Monaten eine Occasion-Spritzgussmaschine komplett zerlegt und mit dem modifizierten Herzstück der alten Maschine wurde ein Prototyp gebaut. Mittels der hierbei gewonnen Erkenntnis und unter Berücksichtigung neuster Technologien konnte eine komplett neuartige Maschine konzipiert werden, welche der traditionellen Fertigung, wie sie zurzeit in Deutschland über Indien bis nach Südkorea erfolgt, weit voraus ist.

Zum Einsatz kommen unter anderem mechanische Komponenten der Gewinde Ziegler AG Horriwil, und ein hoch spezialisierter Ingenieur aus dem Emmental programmiert die dezentrale und somit deutlich weniger fehleranfällige Maschinensteuerung.

Schutz vor Werkspionage
Das neu erstandene Nachbargebäude wird nicht allen Besuchern offen stehen. Diese Sicherheitsvorkehrung soll die Firma vor Werkspionage schützen. Ein hoher Automationsgrad innerhalb der Prozesslogistik ermöglicht es der Firma, weiterhin für einen Weltmarkt, der auf unterschiedliche Währungspolitiken oder Lohnniveaus keine Rücksicht nimmt, attraktiv zu bleiben.

Mit dem neuen Kugelhahn erfüllen sich die unternehmensstrategischen Zielvorgaben einer breiteren Produktpalette sowie mehr Eigenproduktion. Dies ist nötig, um flexibler auf Konjunkturschwankungen reagieren und langfristig auf dem Weltmarkt als attraktiver Anbieter von qualitativ hochwertigen Armaturen auftreten zu können.

Mitte des nächstes Jahre wird das neue Absperrorgan in vier Grössen an der weltweit wichtigsten Chemie-Messe, der Achema in Frankfurt, präsentiert. Per Ende 2018 soll es in allen 12 erforderlichen Grössen serienmässig produziert werden.

(Oltner Tagblatt)