Eine Dampflok für den «Wyssestei-Tunnu»

 
Am Fasnachtsumzug in Welschenrohr wurde der Tunnel durch den Weissenstein thematisiert.

 
Remo Fröhlicher

Gute Vorarbeit hatte das Narrenkomitee geleistet und den Winter für den Zeitpunkt ihres Umzugs am Samstag kurzum vertrieben. So provozierten schon am Anfang die tropischen Palmen der Schliim Schiisser aus Matzendorf und die grün-gelben einheimischen Böögge Brätscher, welche das fasnächtliche Treiben musikalisch eröffneten, tolle Frühlingsgefühle.

Dass diese aber eher klimatische Ursachen haben, wurde von einigen Gruppen thematisiert. So setzten die Füürschnägge Matzendorf und das Hüttli- Team Balsthal den Volkswagen auf den Prüfstand. Allerdings fielen die mitgeführten Modelle beim Test wegen der zum Himmel stinkenden Rauchentwicklung und dem dichten Konfettiregen aus den Auspuffrohren klar durch. «20 Grad im November, danke Volkswagen!» Danke sagen konnten auch die «Parrotheas Welschenrohr», die als Piraten aus der Karibik die Wärme genossen und dank der höheren Temperaturen zum ersten Mal - Schiff inklusive - dabei sein konnten.

Die «Rohrspatzen Thal» spielten es mit dem Männerchor Welschenrohr von den Dächern: «Dr Wyssestei-Tunnel muess me jetz saniere, doch d’Leuthard wott nid finanziere.» Die «Geile Säui» aus Welschenrohr haben bereits eine innovativere Lösung. Bei Stromknappheit und Sparmassnahmen in Bern müsste man halt vielleicht wieder mit einer Dampflok durch den Wyssestei-Tunnu fahren. Der «Geili-Sau-Express» war immerhin bereits am Start und schien ohne übermässige technische Schwierigkeiten gut zu laufen.

Doppelt gemoppelt?
Offenbar auch witterungsbedingt musste der FC sein Sommernachtsfest verschieben. Der engagierte, aber nicht informierte DJ kam eine ganze Woche zu früh ans Fest; und daran freute sich am Umzug vor allem der Turnverein: «DJ si, das isch dr Hit, nume nid bim FC, dört ischs Shit». Zugutehalten muss dem FC aber, dass man als Entschädigung gleich zweimal zum Ehrenmitglied ernannt werden kann. Ob jetzt der DJ wohl Doppel-Ehrenmitglied ist? Den Abschluss des Umzugs machte die Gugge «Muggetätscher» aus Lyss, die im Eisbärenkostüm doch die Hoffnung für einen guten Winter noch nicht aufgegeben haben.

(az Solothurner Zeitung)