Suppenessen für einen guten Zweck

 
Ein ganzes Dorf trifft sich zum Mittagessen. In Welschenrohr fand am 21. März der jährliche Suppentag statt. Der ökumenische Anlass bringt die Dorfgemeinschaft zusammen, um gemeinsam Suppe zu essen und für einen guten Zweck zu spenden.

 
Jennifer Germann

Die Suppen-Männer
Frühmorgens treffen sich fünf motivierte Männer zum Suppenkochen. Gekocht wird in einem alten Feldkochkessel vom Militär. „Da muss man zuerst unten noch einfeuern. Bis das Wasser dann kocht dauert es nochmals zwei Stunden“, erklärt David Germann den Vorgang. Er, Urs Rippstein, Rainer Germann und Mike Germann bilden das Kernteam der Suppenküche. Seit Jahren sorgen sie dafür, dass alle Besucher des Suppentages die berühmte Erbsensuppe mit Gnagi geniessen können. Das Suppekochen hat eine lange Tradition. Schon der Vater von Urs Rippstein verköstigte das Dorf mit Suppe. So wird diese auch nach einem „alt überlieferten Rezept“ gemacht, verrät Urs Rippstein mit einem Schmunzeln. Gemüse und Fleisch werden fleissig geschnitten und gehackt. „80 Liter Suppe sind schlussendlich im Kessel“, erklärt David Germann und rührt dabei fröhlich in dem 1 Meter hohen Topf.

"Schon sehnsüchtig auf den Anlass gewahrtet"
Gegen Mittag füllt sich die alte Turnhalle mit Suppenliebhaber aus dem Dorf. Von Tumult und Gedränge ist nichts zu spüren, die Stimmung ist gemütlich und alle löffeln ihre Suppe und erzählen sich die neuesten Dorfgeschichten.
Viele Besucher kommen jedes Jahr wieder. So auch Christine Jaggi: „Die Suppe ist köstlich, ich mag Gnagi mit Suppe sehr. Deshalb bin ich auch fast jedes Jahr hier anzutreffen.“ Ausserdem findet sie es toll, gemeinsam eine gute Sache zu unterstützen. Die eingenommenen Spenden gehen vollumfänglich an die Organisationen „Brot für alle“ und „Fastenopfer“. Der ökumenische Anlass wird von der katholischen Frauengemeinschaft und dem reformierten Frauenverein seit über 30 Jahren durchgeführt. Die Hauptorganisatorinnen Marianne Germann und Ruth Vogt freuen sich über die grosszügigen Spenden der Bevölkerung.

Vorbild für den Kanton
Nebst dem Lob an der Suppe wird auch das Dessertbuffet gerühmt. Die süssen Köstlichkeiten werden von den Mitgliedern der katholischen Frauengemeinschaft und des reformierten Frauenvereins gemacht. „Die Zusammenarbeit beider Konfessionen macht diesen Anlass auch aus“, erklärt Elisabeth Rebholz, welche früher selbst mithalf. Zsuzsa Schneider, die Präsidentin des reformierten Frauenvereins, betont, dass diese ökumenische Zusammenarbeit im Dorf sogar eine Vorbildfunktion für den ganzen Kanton hat. „Es ist eine wichtige Tradition im Dorf und es ist schön zu sehen, dass er auch den Jungen am Herzen liegt. Mit Mike Germann ist bei den Suppenköchen jedenfalls schon für Nachwuchs gesorgt“, fügt sie an.
„Der Suppentag hat grossen Symbolcharakter, da dieser Anlass die Dorfbevölkerung zusammenbringt“, freut sich Ruth Vogt, welche den Anlass seit 20 Jahren mitorganisiert.

(az Solothurner Zeitung)