Post will Filiale schliessen - der Gemeinderat wehrt sich weiter

 
Schon seit mehreren Jahren ist die Schliessung der Poststelle Welschenrohr ein Thema. Dieser Tage bereits wieder. Der Gemeinderat will sich aber gegen die Schliessung wehren

 
Stephan Walser

Gemeindepräsident Stefan Schneider informierte an der Gemeinderatssitzung, dass erneut eine Besprechung mit Vertretern der Post stattgefunden hat.

Eine Schliessung der Filiale Welschenrohr werde im Verlauf des kommenden Jahres ins Auge gefasst. Man sei aber vonseiten der Gemeinde nicht bereit, dies einfach so zur Kenntnis zu nehmen und werde sich weiterhin gegen die Schliessung wehren.

«Wir kommen später wieder»
Bereits im Januar 2013 wollte die Post ihre Filiale in Welschenrohr schliessen. Der Gemeinderat setzte sich damals dafür ein, es mit eingeschränkten Öffnungszeiten zu versuchen. Die Postverantwortlichen willigten ein, stellten aber in Aussicht, dass sie in ein oder zwei Jahren wieder vorstellig würden. Was nun eben geschehen ist.

Die Argumente der Post seien immer die gleichen, berichtete Schneider. Die Konkurrenz im Paketmarkt oder ein geändertes Kundenverhalten würden genannt. Nun möchte die Post ihre Dienstleistung auf eine Agentur im Dorfladen reduzieren. Pakete oder eingeschriebene Briefe müssten in Matzendorf abgeholt werden.

Besonders für Leute, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind, sei dies problematisch, wurde im Rat betont. Der Besuch der nächsten Poststelle werde so schnell zu einem eineinhalbstündigen Ausflug. Der Rat zeigte sich darüber verärgert, dass der Service public offenbar nichts mehr zähle. Wenn das Dorf nicht an einer Hauptverkehrsachse liege, so habe man bereits verloren. Man werde die Post auf jeden Fall nicht kampflos aufgeben.

(az Solothurner Zeitung)