Für Dauerbrenner Abwasser und«Tea-Room» sind Lösungen in Sicht

 
Der Gemeinderat von Welschenrohr hat das Bauprojekt für die Abwasserreinigungsanlage im Dorf genehmigt. Kosten soll es 1,5 Millionen Franken.

 
Sven Altermatt

Das Thema ist ein echter Dauerbrenner im Gemeinderat: das Abwasser. Oder besser gesagt: dessen Reinigung. Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) im Dorf ist seit 1980 in Betrieb, erfüllt aber jetzt die gesetzlichen Vorgaben nicht mehr. Das ist bekannt. Während vier Jahren diskutierte der Rat, ob die dorfeigene ARA saniert oder ob das Abwasser in die ARA Falkenstein in Oensingen abgeführt werden soll. Im Oktober 2013 fiel dann der Entscheid: Das Dorf will sich der ARA Falkenstein anschliessen.

Nun liegt ein Bauprojekt auf dem Tisch, der Rat hat dieses einstimmig genehmigt. Zwischen Welschenrohr und Herbetswil wird eine 2,4 Kilometer lange Verbindungsleitung gebaut. In der Nachbargemeinde bietet sich die erste Anschlussmöglichkeit an die Leitungen der ARA. Das Kanalisationstrassee wird parallel zur Thalstrasse gelegt, und zwar auf der nördlichen Seite. Die Linienführung ausserhalb der Strasse wäre aus geologischen Gründen nur schwer zu realisieren, wie es in einem Gutachten heisst.

Was die Welschenrohrer jedoch noch viel mehr interessieren dürfte, sind die Kosten des Projekts. Diese belaufen sich insgesamt auf 1,5 Mio. Franken. Der Kostenvoranschlag basiert auf dem günstigsten Unternehmerangebot. Wie viel die Gemeinde am Schluss aus der eigenen Tasche bezahlen muss, ist noch unklar: Der Kanton wird sich ebenfalls finanziell beteiligen. Die Höhe der Subventionsbeiträge ist allerdings noch offen; die Behörden gehen davon aus, dass Welschenrohr rund eine Million Franken selbst tragen wird. Im Sommer soll die Gemeindeversammlung über das Bauprojekt befinden.

«Tea-Room» bald wieder offen?
Bei einem anderen Dauerbrenner, dem gemeindeeigenen «Tea-Room», scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. Nachdem das Lokal im Thalhof monatelang geschlossen war und sich niemand für die Pacht beworben hatte, gibt es nun gleich zwei Bewerbungen. «Lange, lange ging nichts. Und jetzt gleich das», freute sich Gemeindepräsident Stefan Schneider.

Die beiden Bewerber verfolgen offenbar unterschiedliche Konzepte für den Betrieb des Lokals. In einer Sondersitzung sollen sie diese dem Gemeinderat präsentieren. Ein Entscheid soll noch in diesem Monat fallen. Der Rat zeigt sich optimistisch, dass der Betrieb bereits im Frühjahr dieses Jahres wieder aufgenommen werden könnte.

Bewegung gibt es auch im Asyl-Bereich: Die Gemeinde Kestenholz hat angefragt, ob Welschenrohr ein Kontingent von Asylsuchenden übernehmen könnte. Der Rat hat Interesse daran bekundet, zumal eine entsprechende Vereinbarung mit der Gemeinde Egerkingen in diesem Jahr auslaufen wird (wir berichteten). Nun sollen Verhandlungen mit den Kollegen in Kestenholz aufgenommen und diesen ein Angebot unterbreitet werden.

(az Solothurner Zeitung)