Thaler gründen Komitee für Erhalt des Weissensteintunnels


Der Weissensteintunnel soll nicht geschlossen werden, fordert jetzt das Komitee «Weissensteintunnel erhalten», das am Donnerstag in Gänsbrunnen gegründet wurde. 175 Personen schrieben sich als Mitglied des Aktionskomitees ein.

 
Alois Winiger

Man wusste nicht, werden 50 oder 150 Personen zur Gründungsversammlung nach Gänsbrunnen kommen. Gekommen sind rund 200 Personen, sie fanden gar nicht alle Platz im Restaurant St. Joseph, ein Teil verfolgte die Gründung des Komitees «Weissensteintunnel erhalten» draussen vor den Fenstern.

«Wir sind überwältigt», sagte Stefan Müller-Altermatt zur Begrüssung; der Gemeindepräsident von Herbetswil und Nationalrat ist Präsident des Komitees und führte die Versammlung. Aufgerufen zur Gründung des Komitees hatte die Thaler Gemeindepräsidentenkonferenz, und zwar um Mittel und Wege zu finden, Druck zu machen für den Erhalt respektive die Sanierung des Tunnels und damit zum Erhalt der Bahnlinie Solothurn-Moutier.

Denn trotz aller Bemühungen auf der politischen Ebene sei weder von Seiten des Bundes, noch von den Bahnbetreibern ein Engagement für den Erhalt des Tunnels erkennbar.

Grosse Solidarität
Überwältigt zeigte sich Stefan Müller aber nicht nur wegen der Anzahl Leute, sondern von woher sie alle gekommen waren. Rund die Hälfte der Versammlung machten Vertretungen aus der Region vor dem Berg aus: Gemeinderäte, Regionalplanungsgruppe Solothurn und Umgebung, Weissensteinbahn, VCS, Tunnelkino.

Ebenso dabei waren Vertretungen aus den Gemeinden Richtung Moutier. Und natürlich war zu erwarten, dass die Behörden sämtlicher Thaler Gemeinden Flagge zeigten. Letztlich schrieben sich 175 Personen als Mitglied des Aktionskomitees «Weissensteintunnel erhalten» ein.

Was ausschlaggebend ist
Mit der Gründung des Komitees geht eine solche für eine Steuerungsgruppe ein, die möglichst noch im August ein erstes Mal zusammenkommen und sich organisieren will in den Bereichen Politik, Tourismus und Manifestationen. Die Gruppe hofft auf möglichst viele und kreative Ideen und Möglichkeiten, deren Umsetzung zur Erhaltung des Tunnels beitragen können. «Wichtig zu wissen ist dabei», betonte Stefan Müller, «dass die Anzahl Personen ausschlaggebend ist, die den Tunnel durchfahren.»

Nur wenn diese Frequenz entscheidend erhöht werden kann, bestünden reelle Chancen, dass der Tunnel saniert wird. Erste Ideen wurden bereits in Gänsbrunnen vorgebracht, eine davon erhielt besonders viel Applaus: «Hier in der Versammlung sind doch so viele Rentnerinnen und Rentner zu sehen. Die haben alle ein Generalabonnement und sollen jeden Tag ein paar Mal den Zug durch den Tunnel nehmen.»

(az Solothurner Zeitung)