Die Rechnung 2013, Landkauf und das räumliche Leitbild prägten die Welschenrohrer Gemeindeversammlung. Weiter wurden drei Nachtragskredite für die Spitex, den innerkommunalen Finanzausgleich und zum Anschluss der Kanalisation Schlatt bewilligt.

 
Anton Strähl

Dank der Vermittlung von Frédy Grimm hat die Gemeinde die Möglichkeit, im Industriegebiet das Grundstück GB 849 Schürmatten von rund 4000 Quadratmetern zu 80 Franken je Quadratmeter zu kaufen.

Der Gemeinderat beantragte daher der Versammlung einen Kredit von total 330 000 Franken. Benno Schmid und Thomas Mägli befürworteten den Landkauf. Es sei wichtig für die Entwicklung der Gemeinde, dass diese eigenes Industrieland für Ansiedlungen anbieten könne.

Es gelte auch, an die nächsten Generationen zu denken. Andreas Marti ging grundsätzlich mit den Vorrednern einig. Allerdings sah er ein Risiko bezüglich Zinskosten von 15 000 bis 20 000 Franken während fünf Jahren.

Die Gemeinde stehe finanziell ja nicht so gut da. Zudem sei es fraglich, ob man den Kaufpreis plus Zinsen wieder hereinzuholen könne. Darum könne er ihm nicht zustimmen. Beat Allemann gestand, dass ihm die Zinskosten auch unsympathisch seien. Da die Gemeinde derzeit Geld für 1 bis 1,2 Prozent aufnehmen könne, liege das Risiko im vertretbaren Rahmen. Die Versammlung hiess schliesslich den Landkauf mit 36 Stimmen gegen 5 Stimmen gut.

Heftige Kritik an Spitex
Bevor die Rechnung beraten werden konnte, mussten drei Nachtragskredite für die Spitex, dem innerkommunalen Finanzausgleich und zum Anschluss der Kanalisation Schlatt von insgesamt 181 000 Franken bewilligt werden. Insbesondere der Nachtragskredit für die Spitex wurde heftig kritisiert.

Der Präsident der Finanzkommission erläuterte die wichtigsten Eckdaten der Jahresrechnung 2013. Statt des budgetierten Verlusts von 123 000 Franken schloss sie mit einem Gewinn von 1556 Franken ab. Auf der erfreulichen Seite führte er die höhere Rückzahlung der Spitex hinteres Thal und der höhere Steuereingang der natürlichen Personen an. Auf der unerfreulichen Seite standen die Ausgaben für die Sozialhilfe und die Spitex.

Der Finanzausgleich fiel mit 832 200 Franken etwas höher als im Vorjahr aus. Der Subventionssatz an die Lehrerbesoldungen belief sich auf 78 Prozent. Während der Steuerertrag der natürlichen Personen um 124 000 Franken zunahm, blieb er für die juristischen Personen auf dem Niveau des Vorjahres. Die Spezialfinanzierungen (Wasser, Abwasser, Abfall) weisen einen Gewinn auf.

Die gesetzlichen Abschreibungen betragen 238 000 Franken. Die Selbstfinanzierung beläuft sich auf 343 400 Franken und die Nettoinvestitionen auf 207 359 Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad erreicht 165,6 Prozent. Die Verschuldung pro Einwohner konnte von 1849 Franken auf 1774 Franken gesenkt werden.

Kompliment an Verwalterin
Finanzverwalterin Daniela Altermatt erläuterte die detaillierte Jahresrechnung und begründete die grösseren Abweichungen zum Voranschlag. Norbert Fink als Inhaber der Trigon Treuhand Fink, die als Revisionsstelle amtet, attestierte der Verwaltung eine saubere und gesetzeskonforme Rechnungsführung. Er empfahl der Versammlung die Jahresrechnung 2013 zu genehmigen.

Dank der speditiven Arbeit der Verwalterin Daniela Altermatt sei es nach Jahren der Verzögerungen wieder möglich geworden, die Rechnungsgemeinde im Monat Juni abzuhalten, was die Versammlung mit einem Applaus quittierte.

Beat Allemann erläuterte, dass ein Finanzplan mit einem solchen Zeithorizont mit grossen Unsicherheiten behaftet sei. Für Welschenrohr sei vor allem wichtig, was mit dem neuen Finanzausgleich des Kantons geschehe.

Da erwarte man eine Entlastung. Er habe die Parameter des Finanzplans nach bestem Wissen eingesetzt. Auffallend sei jedoch, dass in der laufenden Rechnung in den kommenden Jahren Defizite anfallen. Daran müsse man arbeiten.

Ja zum räumlichen Leitbild
Mit einer dringlichen Motion zum Räumlichen Leitbild hat Andreas Marti verlangt, die überarbeitete Version den Stimmberechtigten sei nochmals zu präsentieren. Mündlich begründete er seinen Vorstoss damit, dass nur wenige Personen an der Orientierungsversammlung teilgenommen hätten. Das Leitbild sei für die nächsten 10 bis 15 Jahre sehr wichtig.

Er möchte daher die neue Version des Leitbildes nochmals erläutert haben. Heinz Gribi entgegnete, dass das Leitbild nicht in Stein gemeisselt sei. Zudem sei die Bevölkerung zur Orientierungsveranstaltung nicht erschienen. Er vertraue dem Gemeinderat. Es gelte, diesem den Rücken zu stärken und ihm und den Kommissionen für die Arbeit zu danken.

Die Motion sei abzulehnen. Für Benno Schmid ist das Leitbild eine dynamische Sache, die in späteren Jahren immer wieder angepasst werden könne. Die Motion könne daher abgelehnt werden. Die Motion wurde denn auch mit 3 gegen 36 Stimmen bei zwei Enthaltungen nicht erheblich erklärt.

Gemeindepräsident Stefan Schneider präsentierte in der Folge die definierten Leitsätze des Leitbilde, welche unbestritten blieben. Schliesslich wurde das räumliche Leitbild mit 39 Stimmen gegen eine Stimme und einer Enthaltung gutgeheissen.

(az Solothurner Zeitung)