Umzug des Kindergartens ins Schulhaus bleibt umstritten

 

Nicht alle Eltern wollen, dass der Kindergarten ins Neue Schulhaus zügelt, da mehr Kinder die Thalstrasse überqueren müssten. Der Welschenrohrer Gemeinderat spürte derweil den Puls der Lehrerschaft.

 
Sven Altermatt

Wo drückt den Welschenrohrer Lehrern der Schuh? Um das herauszufinden, hat der Gemeinderat das komplette Lehrerteam - Kindergärtnerin, Abwartehepaar und Vertreter des Gemeinderats Gänsbrunnen inklusive - in seine Sitzung eingeladen. Informationsbedarf gab es reichlich, wie Gemeindepräsident Stefan Schneider bereits zu Beginn ahnte; die Sitzung dauerte schliesslich drei Stunden.

Zu reden gab etwa der vom Gemeinderat beschlossene Umzug des Kindergartens ins Neue Schulhaus. Dagegen haben einige Eltern per Brief protestiert. Sie befürchten, dass ihre Kinder beim Überqueren der Thalstrasse nicht sicher sind.

Tatsächlich müssen bisher etwa 10 Prozent der Kindergärtler die Strasse überqueren, um den Kindergarten im Oberdorf zu besuchen. Wäre der Kindergarten im Schulhaus, müssten etwa 90 Prozent der Kinder die Strasse passieren. «Das sollten wir nicht vergessen», mahnte Gemeinderat Beat Allemann.

Gibt es bald einen Lotsendienst?
Schulleiterin Katharina von Burg erinnerte daran, dass Kindern der richtige Umgang mit den Gefahren des Verkehrs beigebracht werden kann. «Dafür gibt es neben der Kindergärtnerin auch den Verkehrspolizisten, der die Schule besucht.» Allerdings will sie die Möglichkeit eines Lotsendienstes prüfen. Dafür kämen etwa Pensionierte in Frage. Der Vorteil des Kindergarten-Umzugs liegen gemäss von Burg auf der Hand: «Der Kindergarten gehört zur Volksschule. Wir wollen die stufenübergreifende Zusammenarbeit weiter ausbauen.»

Für Missverständnisse sorgten die geplanten Baumassnahmen im Neuen Schulhaus, die im Zuge des Kindergartenumzugs notwendig werden. Anders als vom Gemeinderat angenommen, waren die Lehrer über diese noch nicht informiert worden. Deshalb wollen sich die verantwortlichen Gemeinderäte nochmals mit der Lehrerschaft zusammensetzten und deren Bedürfnisse prüfen.

Abfall-Problem bekämpfen
Eine andere Baustelle ist das, so Schulleiterin von Burg, «immer schlimmer werdende Abfall-Problem» auf dem Schulgelände. «Und das, obwohl es hier eigentlich mehr als genügend Entsorgungsmöglichkeiten gibt.» Auf guten Anklang gestossen sind offenbar die von den Klassen regelmässig durchgeführten «Fötzeliaktionen». «Deren erzieherischer Effekt ist sehr gross», erklärte eine Lehrerin.

Allerdings war sich auch der Gemeinderat einig: Für das Littering sind nicht nur die Schüler verantwortlich. Der Gemeindepräsident will auch die Sportvereine, die auf dem Schulgelände trainieren, in die Pflicht nehmen und sie bitten, bei der Bekämpfung des Abfall-Problems mitzuhelfen.

Um den Austausch mit der Lehrerschaft zu verstärken, will der Gemeinderat die Schulleiterin künftig wieder öfters in seine Sitzungen einladen. «Schliesslich sind wir die verantwortliche Behörde, seit die Schulkommission abgeschafft wurde», sagte Beat Allemann.

Zum Schluss stärkte Stefan Schneider der Lehrerschaft den Rücken. «Bei Fragen oder Problemen sind wir immer für Euch da», meinte der Gemeindepräsident fast verschwörerisch.

(az Solothurner Zeitung)