Gemeinderat Welschenrohr sagt Ja zum Biber - aber nicht im Leitbild

 

Nicht alle Vorschläge und Anmerkungen des Kantons zum räumlichen Leitbild kamen beim Gemeinderat von Welschenrohr gut an. Etwa, dass die Ansiedlung von Bibern ins Leitbild aufgenommen werden soll oder die rückläufige Entwicklung der Einwohnerzahl.

 
Anton Strähl*

Die Stellungnahme des Kantons zum räumlichen Leitbild für Welschenrohr beschäftigte den Gemeinderat in seiner ersten Sitzung im neuen Jahr. Einige Anmerkungen stiessen beim Rat auf wenig Verständnis.
So auch die Absicht des Kantons, den Biber in Welschenrohr anzusiedeln, weil er beim Gewässerunterhalt wertvolle Arbeit leisten könne. Die Biber würden nämlich je 20 Meter links und rechts des Gewässers aktiv.
Der Gemeinderat hat grundsätzlich nichts dagegen, erachtet es aber als nicht sinnvoll, dies in das räumliche Leitbild aufzunehmen. «Wenn der Biber kommt, ist uns das recht. Planen kann man so etwas aber nicht», sagt Gemeindepräsident Stefan Schneider mit dem Verweis auf den Biber in Kestenholz, der eines Tages einfach da gewesen sei.
Schneider wird nun mit dem Ingenieurbüro BSB und der Arbeitsgruppe die Stellungnahme des Kantons vertieft prüfen.

Vom Kanton «verschaukelt»
Zu reden gab auch die Empfehlung des Kantons, mit der Umsetzung des räumlichen Leitbildes in die Ortsplanung zuzuwarten. Beat Allemann meinte dazu, dass er sich vom Kanton «verschaukelt» vorkomme.
Gemeindepräsident Stefan Schneider wehrte sich dagegen, im Leitbild eine tiefere Einwohnerzahl aufzunehmen. Ziel des Leitbildes sei es doch, mit geeigneten Massnahmen die Zahl der Einwohner zu erhöhen.
Für das Jahr 2035 geht der Kanton mit dem mittleren Szenario von 878 und mit dem hohen Szenario von 997 Einwohnern aus. Für Beat Allemann soll eine konstante oder tiefere Einwohnerzahl den Druck auf die Redimensionierung der Bau- und Reservezonen verstärken.
Thomas Mägli vertrat die Meinung, dass die heutige Bauzone wohl nicht vergrössert werden könne, aber mindestens dürfe das bestehende Bauland nicht reduziert werden. Der Rat sieht auch kein Mittel, die Landbesitzer zum Verkauf von Bauland zu zwingen, oder die Hausbesitzer ihr Haus zu sanieren.
Als Massnahmen stehen beim Bauland einzig die Auszonung oder eine Landumlegung zur Verfügung. Anderseits würde im Gäu, zwar mit wachsender Bevölkerung, weit mehr Land zubetoniert als im Thal, wo man dies offenbar verhindern wolle.

Enge in der Klus als Hindernis
Für Thomas Mägli bildet der Engpass in der Klus das grösste Hindernis für die wirtschaftliche Entwicklung und das Bevölkerungswachstum. Solange die heutige Situation bestehe, werde es schwierig, mehr Leute im Thal anzusiedeln.
Der Kanton geht gemäss Schreiben davon aus, dass die Entlastung Klus frühestens 2023 realisiert werden kann. Das Problem dürfte bei der Finanzierung liegen. Auch die vorgesehene Ausweitung der bestehenden Schutzzonen bei den beiden Pumpwerken gelte es genau zu prüfen.
Auf ein Pumpwerk könnte die Gemeinde allenfalls verzichten. Im Vordergrund stehe aber die Versorgung des Dorfes mit Wasser

Kommissionsmandate zu vergeben
Wie Stefan Schneider erläuterte, musste der Gemeinderat aufgrund einer Wahlbeschwerde von Andreas Marti auf die getroffene Wahl der Standort- und Wirtschaftsförderungskommission für die Amtsperiode 2014 bis 2017 zurückkommen.
Zwar habe sich die Gemeinde bei der Staatskanzlei über das Vorgehen erkundigt, das Amt für Gemeinden habe jedoch eine andere Auffassung vertreten. Der Rat beschloss daher, die Wahl der besagten Kommission neu auszuschreiben.
Im Weitern haben aus der Kulturkommission Martin Schacher und Jeannette Rudolf demissioniert. Diese beiden Mandate werden ebenfalls ausgeschrieben. Für beide Kommissionen ist der Gemeinderat Wahlbehörde.

Ferner hat der Rat die Gewinner aus dem Wettbewerb der Dorfzeitung erkoren: Heini Allemann-Allemann (1. Preis), Claudia Allemann-Faganello (2.), Helmut Dallapiazza (3.). Die Preise stiftete der Volg-Laden.

*Mitarbeit Erwin von Arb

(az Solothurner Zeitung, Oltner Tagblatt)