Pass über den Balmberg soll zur winterfesten Verbindung ins Mittelland werden

 

Die Bahnverbindung Gänsbrunnen-Solothurn ist in Gefahr und der Glaube, dass die Umfahrung Klus je gebaut wird schwindet. Einwohner- und Bürgerrat Welschenrohr beschäftigten sich deshalb damit, wie man den Balmberg-Pass winterfest machen könnte.

 
Alois Winiger

Was beschäftigt die Leute im Einwohnergemeinderat und was jene im Bürgergemeinderat? Um das herauszufinden, kommen die Räte von Welschenrohr in lockeren Abständen zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Konkrete Beschlüsse werden zwar gefasst, stehen aber nicht im Vordergrund.

Man nimmt sich die Zeit, laut über etwas nachzudenken. Oder man beschäftigt sich mit Visionen wie zum Beispiel mit einer wintersicheren Verbindung zwischen hinterem Thal und Mittelland. Dabei werden zwar die einstigen Pläne eines Strassentunnels durch den Balmberg erwähnt, aber kaum mehr ernsthaft in Erwägung gezogen.

Dieses Jahr besonders ärgerlich
Gerade in diesem Winter ist das Thema wieder aktuell geworden und sorgte für Ärger, weil der Pass praktisch durchgehend geschlossen war. Obwohl mit dem Kanton abgemacht war, dass die Barriere oben am Pass jeweils geöffnet würde, wann immer es die Strassenverhältnisse erlauben. Vorab sind es zwei Gründe, welche die Welschenrohrer dazu bringen, sich wieder mit dem Balmbergpass zu befassen.

Zum einen schwindet zusehends der Glaube daran, dass die Umfahrung Klus überhaupt je einmal gebaut wird. Zum andern musste man vor kurzem zur Kenntnis nehmen, dass die fürs hintere Thal ebenso wichtige wie beliebte Bahnverbindung Gänsbrunnen-Solothurn gefährdet ist.

Denn der Bahntunnel durch den Weissenstein sei in schlechtem Zustand. Eine Sanierung kostet eine Unmenge Geld und es bleibt fraglich, ob das Bahnunternehmen BLS dafür aufkommen wird.

Erst recht, da die Linie auf jener Liste des Bundesamtes für Verkehr steht, deren Betrieb infrage gestellt wird. Angesichts dieser Tatsachen kommen die Welschenrohrer stets zum gleichen Schluss: Man muss eben selber dafür sorgen, dass eine angemessene Verbindung zum Mittelland intakt ist. Dies insbesondere auch, um der drohenden Abwanderung etwas entgegenzusetzen.

Bundesfeier nicht mehr gefragt
In der Ratssitzung war ferner die Bundesfeier traktandiert, denn diese verlief unbefriedigend in den vergangenen Jahren. Einst hatte die Bürgergemeinde den Anlass durchgeführt, später die Einwohnergemeinde. Man stellte fest, dass die Beteiligung immer magerer wurde und die Suche nach einem Redner, der auch wirklich etwas zu sagen hat, immer schwieriger.

Der Aufwand aber war derselbe geblieben. So kam man überein, dass die Einwohnergemeinde Welschenrohr künftig keine offizielle Bundesfeier mehr organisieren wird. Betont wurde in der Sitzung, dass es nicht darum gehe, die Kosten für die Feier einzusparen, sondern weil das Interesse zu gering sei. Sollte jedoch ein Verein eine Feier organisieren wollen, so würde man dies allenfalls unterstützen.

Wanderer und Pferdeäpfel
Das Verhältnis zwischen Reiter und Spaziergänger bzw. Wanderer ist ein Thema, das an Brisanz zugelegt hat. Welschenrohr verfügt über viele schöne Wege durch Wald und Flur, allerdings sind einige davon etwas schmal, und da kommt es zu Begegnungen zwischen Reiter und Wandersleuten - und zu gegenseitigen Beschimpfungen. Die Ratsmitglieder sind sich darin einig, dass grundsätzlich genügend Raum für alle vorhanden ist.

Man würde es aber schätzen, wenn die Reiter nicht unbedingt die schmalsten Wege aussuchen. Und wenn Reiterinnen und Reiter dafür sorgen würden, dass das, was ihr Pferd hinten fallen lässt, weggeräumt wird.

(az Solothurner Zeitung)