Blick in die Vergangenheit


Welschenrohr Buchvernissage „Der Kanton Solothurn vor hundert Jahren“

 
Walter Schmid

„Das vorliegende Werk von Urban Fink ist eine Bereicherung der Sammlung Solothurner Geschichtsbücher, “ erklärte Regierungsrat Roland Heim an der Vernissage im voll besetzten Kreuz-Saal in Welschenrohr. Er sprach dafür Anerkennung, Dank und Gratulation aus. Auch Gemeindepräsident Stefan Schneider freute sich über die Präsentation des neusten Werkes aus Urban Finks Feder. Er wies auf die strategische Bedeutung des hintern Thals mit Gänsbrunnen und Welschenrohr hin. Wie die Region die geplanten Einquartierungen hätte verkraften sollen, ist für ihn aus heutiger Sicht unvorstellbar. Laut Planung aus dem Jahre 1905 hätte Welschenrohr mit 900 Einwohnern im Mobilisationsfalle 3000 Soldaten und 330 Pferde aufnehmen sollen.

Etwas Geschichtsunterricht
In seinen Ausführungen blickte Marco Leutenegger, ehemaliger Leiter des Alten Zeughauses, zurück auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. „Der Eidgenossenschaft wurden im Wiener Friedensvertrag von 1815 die Grenzen garantiert, dafür musste sie sich für die immer währende Neutralität verpflichten“, führte Leutenegger aus. Und damit sei sie nicht schlecht gefahren. Er schilderte eindrücklich die politische Situation in der Schweiz in den Jahre vor dem Krieg, wo sich der Graben zwischen Romandie und Deutschschweiz deutlich zeigte. General Wille galt als deutschfreundlich, während die Welschen Sympathien für Frankreich hegten. Die Bündnispolitik Bismarcks und die Entwicklung in Europa führten unweigerlich zum Krieg, der mit den Schüssen von Sarajewo 1914 ausgelöst wurde.

Reich bebildert
Urban Fink, der Herausgeber des Buches „Der Kanton Solothurn vor hundert Jahren“, zeigte einige der 200 Aufnahmen aus  seinem Werk. Sie stiessen auf besonderes Interesse , da mit Oskar Gunzinger und Seraphim Häfliger zwei Welschenrohrer zu erkennen waren, die mit ihren Postkarten die Verbindung zu den Angehörigen aufrecht erhielten. In seinen Dankesworten erwähnte er die Unterstützung durch Einwohner-, Bürger- und Kirchgemeinde Welschenrohr, er dankte seiner Familie und alle Beteiligten. Schliesslich verdient auch der Cäcilienchor Welschenrohr, der zu Schluss das Welschenrohrer Lied anstimmte, Anerkennung für die musikalische Umrahmung.

Urban Fink „Der Kanton Solothurn vor 100 Jahren“ Hier+Jetzt Verlag für Kultur und Geschichte Fr. 39.-