Sorgen um zunehmenden Verkehr

 
Diskussion um Räumliches Leitbild

 
Walter Schmid

Nach der Behandlung durch den Gemeinderat war die Bevölkerung eingeladen, sich zur räumlichen Ordnung der Gemeinde zu äussern. Bei sommerlichen Temperaturen fanden sich gerade mal 16 Personen zur öffentlichen Veranstaltung ein und liessen sich vorerst über den umfangreichen Bericht durch Gemeindepräsident Stefan Schneider und Planer Thomas Niggli vom Büro BSB + Partner eingehend informieren.

Wachstum wird angestrebt
Düster sieht die kantonale Bevölkerungsprognose für die Gemeinde Welschenrohr aus, sie rechnet mit einer kontinuierlichen Abnahme bis 2035 von heute 1139 Personen (Ende Mai) auf noch 878 Personen. Die Gemeinde erachtet dies als falsch, liegt doch der heutige Stand bereits deutlich über der Prognose. Die Gemeinde hingegen strebt ein sanftes Wachstum an, und dem soll in Leitbild, Zonenplanung und mit geeigneten Massnahmen Rechnung getragen werden: Erweiterung Gewerbezonen, erschlossenes Bauland, Sanierung von Altliegenschaften, Schaffung von Arbeitsplätzen, Umfahrung Klus.

Bauland
„Die Planung aus den Neunziger Jahren weist unüblich viele Reservezonen auf, über die entschieden werden muss“, erklärte Thomas Niggli. In der Bauzone wurden in den letzten zwanzig Jahren 1,8 ha überbau, 1,9 ha sind gegenwärtig verfügbar und 4,7 ha sind wohl eingezont, aber nicht verfügbar. Eine Zunahme der Bevölkerung bedingt aber die Schaffung von Wohnraum mit Baugebieten und Nutzung der Leerwohnungen. Neu festgelegt werden die Siedlungsgrenzen, in deren Rahmen die Entwicklungsgebiete zu definieren sind.

Verkehr gibt zu denken
Sorgen bereitet der Bevölkerung der zunehmende Durchgangsverkehr auf der Hauptstrasse. Auffallend ist die Zunahme des Schwerverkehrs mit 20 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens. Dies zeigte sich auch in der rege benutzten Diskussion. Die Verkehrssicherheit müsse unbedingt verbessert werden, vor allem für die Fussgänger und Schulkinder. Sie müssen auf ihrem Schulweg regelmässig die Strasse queren, um zu den Schulanlagen südlich der Dünnern zu gelangen. Gefordert werden baulich Massnahmen zur Geschwindigkeitsreduktion. Die Einfahrtsbremsen im Osten und West wirken wohl, müssen aber ergänzt werden. Gefordert wurden auch vermehrte Radar-Kontrollen innerorts. Dafür stellten Grundeigentümer spontan mögliche Standorte zur Verfügung.

Visionen
Ideen, die vorerst als unrealistisch erscheinen, wurden ebenfalls vorgebracht: Umfahrungsstrasse, wie sie auf alten Plänen enthalten ist, Wohnstrassen in den Quartieren mit Tempo 30, Balmbergtunnel oder wintersicherer Balmbergübergang. Ein wichtiges Anliegen ist die Lösung des Verkehrsknotens Klus, der sich negativ auf die Entwicklung im ganzen Thal auswirkt. Die Verknappung des Wohnraumes in Agglomerationen könnte zum Trend führen: Wohnen im Thal - arbeiten in den Zentren.

Ländlicher Raum nicht vernachlässigen
Das Leitbild geht mit den Ergänzungen aus der Bevölkerung an den Gemeinderat zurück, der es an das Amt für Raumplanung zu Vernehmlassung schickt. Nach einer weitern Überarbeitung hat dann die Gemeindeversammlung im Dezember über Leitsätze und Zielsetzungen zu befinden. Bei Leitbild und Zonenplanung spielt das neue Rauplanungsgesetz eine grosse Rolle. Das bestimmt, dass Siedlungsräume nicht weiter wachsen sollen. „Der Kanton muss aber auch den kleinen Gemeinden eine gewisse Entwicklung zugestehen und darf den ländlichen Raum nicht vernachlässigen“, stellte Gemeindepräsident Schneider abschliessend fest.

(welschenrohr.ch)