Weltgebetstag der Frauen in Welschenrohr


Den gut 50 Besucherinnen und auch Besucher, welche am Freitagabend, 1. März, den ökumenischen Weltgebetstags-Gottesdienst in der reformierten Kirche in Welschenrohr besuchten, bot sich ein schönes Bild. Reformierte und katholische Frauen aus dem Dorf gestalteten den Gottesdienst zum brandaktuellen Thema: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen".

 
Thomas Richartz

Die Liturgie zu diesem brandaktuellen Thema stammte aus Frankreich. Fremd sein, sich fremd fühlen – das haben sicher alle schon einmal erlebt. Fremd sein, muss aber nicht immer zwingend mit Emigration oder Immigration in Verbindung gebracht werden.

Es kann auch in unserem eigenen Land, in unserer nächsten Umgebung wahrgenommen werden. Es gibt viele Arten von Ausgrenzungen, die Menschen das Leben erschweren und oft Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit Platz machen.

Das ausdrucksvolle Titelbild des diesjährigen Weltgebetstages, welches von der Schweizer Künstlerin Anne-Lise Hammann Jeannot stammte, stand als grosse leuchtende Laterne im Mittelpunkt des Raumes.

Es passte zur Grundfrage: Wie kann jeder einzelne von uns zu einer Kultur des Willkommens beitragen? Wie wertschätzt eine Aufnahmegesellschaft, was Menschen aus einem anderen Land, einer anderen Kultur mitbringen?

Das Vorbereitungsteam durfte mit der gebürtigen Peruanerin Gladys Müller aus Welschenrohr ein Interview vorbereiten, welches den Gottesdienstbesuchern vorgestellt wurde. Die Blitzlichter aus ihrem Leben waren sehr eindrucksvoll.

Es zeigt, dass unsere Erfahrungen, fremd zu sein und dann willkommen geheissen zu werden, uns befähigen, Verbindungen zu knüpfen. Dies wurde symbolisch dargestellt, indem jeder Gottesdienstbesucher sein zuvor erhaltenes Stoffband mit jenem des Banknachbarn zusammenknüpfte.

In einer schönen Schlussszene verdeutlichte das Vorbereitungsteam die Botschaft des Weltgebetstages: Die Frauen mit den farbigen Schals sammelten sich um die Fremde in Grau, nahmen sie in ihre Mitte und spannten ein tragendes Netz um sie.

Dorli Ackermann aus Matzendorf begleitete den Gesang mit wunderschönen Flötenklängen. Mit einem typischen französischen Imbiss und interessanten Gesprächen klang dieser schöne und eindrückliche Abend aus. Das Team durfte sich über eine Kollekte von Fr. 810.- freuen.

Andrea Lüscher
Ressortleiterin Diakonie
Ev. ref. Kirchgemeinde Thal

(az Solothurner Zeitung)