23-jähriger Welschenrohrer posiert für Hufschmied-Kalender

 
Hier treten echte «Büezer» vor die Linse: Der 23-jährige Welschenrohrer Manuel Friedli steht mit Berufskollegen Modell für einen Hufschmiede-Kalender.

 
Sabina Haas

Manuel Friedli könnte glatt als Model durchgehen. Ist er aber nicht. Seine Muskeln stammen nicht aus dem Fitnessstudio, sondern von seiner Arbeit als Hufschmied. Trotzdem stand er gemeinsam mit elf Berufskollegen einen Tag lang vor der Kamera – für den Hufschmiede-Kalender 2014.

«Das machen wir besser ...»
Dass Manuel Friedlis Muskeln echt sind, bekommt man schon beim ersten Händedruck zu spüren. Und später, wenn sich der 23-Jährige um die Hufe seines «Kunden» kümmert, blitzen die Muckis immer wieder durch das T-Shirt. Schnell wird klar: Wer als Hufschmied arbeitet, der braucht keine Fitnessgeräte.

Genau das war den Machern des Hufschmiede-Kalenders ein Anliegen. «Im Militärdienst mokierten wir uns eines Abends über die offensichtlich nachgestellten Szenen eines anderen Themen-Kalenders», erinnert sich Friedli. «Den Models war anzusehen, dass sie noch nie eine Mistgabel in der Hand gehalten hatten.» Von da war es nicht mehr weit bis zur Idee: Ein Kalender mit echten Kerlen, echten Muskeln, Pferden, Feuer und Eisen – ein Kalender, der zwölf knackige Hufschmiede bei der Arbeit zeigen sollte. Und wie das bei echten Kerlen so ist: Sie reden nicht lange, sondern packen an.

Innerhalb weniger Wochen holte Friedli, der in Welschenrohr wohnt und in Laupersdorf arbeitet, gemeinsam mit zwei seiner Berufskollegen weitere «Models» an Bord. Mit der Pferdefotografin Katja Stuppia konnte Adrian Fuchs, verantwortlich für das Marketing, eine Grösse aus der Szene für das Projekt gewinnen, und Manuel Friedli kümmerte sich um die perfekte Location: Die Anlage «Sand» in Schönbühl, militärische Ausbildungsstätte für den Train und die Hundeführer, war mit dem schönen Innenhof, den Pferdestallungen und der urchigen alten Schmitte wie geschaffen für das Shooting. Um den «Hufis» am Shooting-Tag auch etwas Unterhaltung zu bieten, fand in der Reithalle zur Ermittlung des «Hufi-Mucki-Index» ein Amboss-Werfen statt. Der Sieger warf das zehn Kilogramm schwere Teil immerhin 6,66 Meter weit. Für Friedli war der Shooting-Tag der Höhepunkt des Projekts. «Alle waren voller Eifer dabei, und wir hatten eine Menge Spass.»

Nichts für schwache Jungs
Mit schweren Ambossen hantieren, glühende Eisen zurechthämmern und Pferde «aufheben» – das geht nicht ohne Muskeln. «Hufschmied ist ein strenger Job», bestätigt Friedli. Trotzdem könnte er sich keine andere Tätigkeit vorstellen. Als es darum ging, sich für einen Beruf zu entscheiden, wusste er bereits nach einigen Schnuppertagen bei einem Hufschmied, dass er «nie mehr etwas anderes machen wollte». Wer derart begeistert ist von seinem Beruf ist meistens auch gut in seinem Fach. So auch Friedli: An den Europameisterschaften der Hufschmiede im 2010 schmiedete er sich an die Spitze und kam mit dem Meistertitel der Junioren nach Hause.

Obwohl er bereits Anfragen von Agenturen erhalten hat, ist modeln keine Option für Friedli. Mit dem Ergebnis seines Ausflugs in die Welt der Models ist er aber sehr zufrieden, und das zu Recht. Die Bilder sind nicht nur ansprechend, sie widerspiegeln auch die Liebe der Darsteller zu ihrem Beruf. Das bisherige Feedback war denn auch durchaus positiv. Einzige Anregung der Autorin: Es dürften auch Ü40-Handwerker posieren. «Ein guter Input für den Hufschmiede-Kalender 2015», meint Friedli mit einem Augenzwinkern.

(az Solothurner Zeitung)