Im Fabrikationsgebäude der Donada werden wieder Uhren montiert

 
Nach 34 Jahren werden in der ehemaligen Uhrenfabrik Donada wieder Uhren montiert und Uhren verkauft. Die Firma Artax Uhren AG hat von Ing. Franz Oel das Gebäude gemietet und renoviert. Und Jürg Uebelhart hat sein Atelier in Untermiete im selben Gebäude eingerichtet.

 
Walter Schmid

«Dass die beiden Betriebe unter einem Dach zusammengeführt sind, bringt wesentliche Vorteile, «erklärt die Verkaufsleiterin Leila Kamali von der Artax Uhren AG. Sie schätzt die gute Lage, die hellen Räume, die Hilfsbereitschaft und das familiäre Verhältnis unter den Mitarbeitenden.
Auch Jürg Uebelhart freut sich über die Nähe zu seinem Hauptkunden, der Artax, welche die Marke Manjaz produziert: «Die enge Zusammenarbeit ist für beide Unternehmen sehr vorteilhaft und viel einfacher als bei verschiedenen Standorten».

Sitz nach Welschenrohr verlegt
Im April dieses Jahres hat sich die Artax Uhren AG in der ehemaligen Uhrenfabrik Donada eingerichtet und zugleich ihren Sitz von Oensingen nach Welschenrohr verlegt. Hubert Fluri hat das Unternehmen 1973 gegründet, nachdem er vorher viele Jahre für die Technos tätig war. Heute leitet seine Schwiegertochter Minju Fluri-Yen, die ursprünglich aus Taiwan stammt, als rechte Hand des CEO das Unternehmen zusammen mit Leila Kamali.
Artax verkauft seit Jahren viele Uhren in China, wo die Schweizer Uhren in über 600 Verkaufsstellen angeboten werden. Seit kurzem gibt es auch in Luzern zwei Geschäfte, die Uhren an Schweizer und Touristen verkaufen. Die Firma beschäftigt fünf Personen und ist bestrebt, den Schweizer Markt aufzubauen und den Export zu fördern.

Die Uhrenkrise überlebt
Seit anfangs Juni montiert Jürg Uebelhart als Geschäftsführer der Manfred Uebelhart AG, Uhrenatelier, Welschenrohr, mit seinen insgesamt zehn Leuten ebenfalls in der Donada. Das Terminage-Atelier wurde 1957 von Walter Uebelhart zusammen mit seinen Söhnen Günter und Manfred gegründet und beschäftigte in den Sechziger Jahren 60 Personen mit Arbeit in den Ateliers und in Heimarbeit. Die Uhrenkrise in den Siebziger Jahren traf die Termineure hart.
Doch das Unternehmen überlebte und sorgte dafür, dass bis heute in Welschenrohr überhaupt noch Uhren produziert werden. Jürg Uebelhart schaut zuversichtlich in die Zukunft und hofft auf eine positive Entwicklung seines Betriebes, auch dank der Zusammenarbeit mit der Artax Uhren AG.

Einst täglich 1000 Uhren montiert
Aus dem Terminage-Atelier, das Walter Racine 1930 gegründet hatte, entwickelte sich die Uhrenfabrik Donada, die 1956 ihren Neubau beziehen konnte. Die Firma baute einen internationalen Markt auf und exportierte in viele Länder Europas, nach Afrika und in den Nahen Osten. 40 Mitarbeiterinnen in der Fabrik und 20 in Heimarbeit montierten in guten Zeiten täglich bis 1000 Uhren in vielen Varianten.
Die Uhrenkrise in den Siebziger Jahren führte zur Schliessung der Donada im Jahre 1979. Die Firma Ing. F. Oel kaufte das Fabrikgebäude und produzierte Metalldetektoren und elektronische Waagen. Und nun - nach 34 Jahren - sind die Uhren an ihren angestammten Platz zurück gekehrt.

(Oltner Tagblatt und az Solothurner Zeitung)