Martin Hert will in seiner letzten Saison den Ligaerhalt für Welschenrohr

 
Zum Ende seiner dreissigjährigen Trainer-Laufbahn will Martin Hert Welschenrohr erneut vor dem Abstieg bewahren. Nach einer Vorrunde, welche nicht ganz nach den Vorstellungen der Thaler verlaufen ist, gibt es noch jede Menge zu tun.

 
Tobias Schalk

Die regionale Fussballgrösse Martin Hert, Trainer beim FC Welschenrohr, verlängert seinen Vertrag per Ende Saison nicht mehr und begibt sich in den fussballerischen Ruhestand. «In meinem Bekanntenkreis glauben zwar die wenigsten an einen endgültigen Rücktritt», schmunzelt der 63-Jährige. Als ausgewiesener Fachmann hat er denn auch bereits diverse neue Angebote erhalten. Hert hält trotzdem an seiner Absicht fest: «Nach über dreissig Jahren im Trainergeschäft, mit langjährigen Engagements in Balsthal und Subingen und nun schon im fünften Jahr in Welschenrohr, ist die Zeit gekommen, kürzer zu treten».

Ein Entscheid, der lange gereift ist und den er bereits im Herbst dem Vorstand mitgeteilt habe. «Bei Wind und Wetter auf dem Platz zu stehen hat mir immer mehr zugesetzt. Und ‹hinter dem Berg› sind die meteorologischen Verhältnisse bekanntlich besonders ausgeprägt». Die Zeit in Welschenrohr habe er genossen und tue dies noch immer. Ausserdem denke er, dass dank seiner Arbeit beim FC Welschenrohr eine grosse Entwicklung stattgefunden habe. Nichtsdestotrotz tönt Hert eine gewisse Ermüdung an: «Welschenrohr liegt nun mal nicht so zentral, da sind die Rahmenbedingungen nicht immer einfach. Dafür sei der Zusammenhalt innerhalb des Vereins und des Dorfes umso grösser.»

Mission Ligaerhalt
Nach der Hinserie klassieren sich die Rosinlitaler mit dreizehn Zählern auf dem neunten Tabellenrang, wobei man ein Spiel weniger als die Konkurrenz ausgetragen hat. Dies sind die exakt gleichen Werte, wie noch in der Vorsaison. Eine Stagnation verneint der Maschineningenieur HTL aber: «In der Vorrunde kämpften wir teilweise etwas unglücklich und liessen die Konstanz vermissen». Dies führt er auf die fehlende Erfahrung in seinem relativ jungen Team zurück. Mit Rafael Ingold und Simon Eggenschwiler kehren zwei Spieler von Auslandaufenthalten zurück, welche auf ihren Positionen Routine ins Team bringen. Auf der Habenseite steht mit dem Abgang von Daniel Müller nur ein Akteur. Er geht zu Mümliswil und erhofft sich dort mehr Einsatzzeit zu bekommen. Somit sind alle Positionen mehrfach besetzt.

In der Vorbereitung zur Rückrunde ist man ins Trainingslager nach Salou (Spanien) gereist. Dort traf die Mannschaft auf traumhafte Bedingungen. In den Trainings ist in erster Linie an Taktik und stehenden Bällen gefeilt worden. Eine Wohltat, nachdem zuvor in der Heimat nur Kondition gebolzt werden konnte. Die Platzverhältnisse hatten ein anderes Training nicht zugelassen. Als einzigen Wermutstropfen macht Hert die Tatsache aus, dass verschiedene Spieler aus beruflichen Gründen nicht die ganze Woche mittun konnten.

Der FCW-Trainer blickt der Rückrunde optimistisch entgegen. «Im Sommer haben wir mehrere Junge ins Kader eingebaut, deren Entwicklung im letzten halben Jahr stimmt mich sehr positiv». Die Zielsetzung lautet, sich so schnell als möglich aus dem Abstiegsstrudel zu befreien. «In einer Liga, in der nach hinten und vorne noch alles möglich ist, wären wir mit dreissig Punkten auf der sicheren Seite», konkretisiert er die Vorgabe.

Trainersuche ist in vollem Gange
Sowohl Präsident Roger Kobel als auch Sportchef Reto Fink erklären unisono, dass die Suche nach einem geeigneten Kandidaten auf gutem Wege ist. «In den nächsten Wochen wollen wir den Nachfolger bekannt geben», führt Fink aus. Das Profil des neuen Übungsleiters beschreibt Fink wie folgt: «Es soll eine externe Lösung sein, damit frischer Wind und neue Ideen in den Verein gebracht werden. Die Fussstapfen Herts, welche der neue Mann antritt, sind sehr gross. Eine gewisse Persönlichkeit ist also gefordert. Zudem sollte eine Verbundenheit mit Welschenrohr bestehen oder aber die Bereitschaft, diese aufzubauen.» Man darf gespannt sein, welcher Name schon bald verkündet werden wird.

(az Oltner Tagblatt)