Gemeinde Welschenrohr kann an ARA Falkenstein anschliessen

 
Einstimmig spricht sich die Delegiertenversammlung des Zweckverbandes Abwasserregion Falkenstein für den Anschluss von Welschenrohr aus. Nun muss die Gemeinde entscheiden, welches die bessere Variante ist: Ausbau der eigenen Anlage oder Anschluss an Oensingen.


Walter Schmid

Einstimmig spricht sich die Delegiertenversammlung des Zweckverbandes Abwasserregion Falkenstein (ZAF) für den Anschluss der Gemeinde Welschenrohr an die ARA Falkenstein aus. Es liegt nun an der Gemeinde, zu entscheiden zwischen einem Ausbau und Sanierung der eigenen Anlage oder den Anschluss an die ARA in Oensingen zu realisieren. Der Entscheid wurde gefällt an der 100. Delegiertenversammlung des Zweckverbandes Abwasserregion Falkenstein (ZAF). Dessen Präsident Enzo Cesotto eröffnete die Versammlung mit einem Rückblick auf die 1. Generalversammlung im Jahre 1972, wo mit der Vorstellung des Projektes und der Arbeitsvergebung der Startschuss für die ARA Falkenstein gegeben wurde. Ein Grund, nebst den Delegierten auch zahlreiche Gäste einzuladen.

Gute Werte, solide Finanzen
«Unsere Anlage funktioniert einwandfrei, und die vorgegebenen Werte können wir jederzeit einhalten», erklärte Betriebsleiter Markus Bieli ergänzend zum ausführlichen Jahresbericht. Die Abwassermenge sei infolge höherer Niederschlagswerte gegenüber den Vorjahren deutlich gestiegen und erreichte 5,5 Mio. Kubikmeter. Die Reinigungsleistung ist gleich geblieben, was in regelmässigen Kontrollen festgestellt wird. Zudem produziert die ARA Falkenstein Gas und Elektrizität. Da die ARA bereits ein beträchtliches Alter aufweist, fallen vermehrt Reparaturen und Unterhaltsarbeiten an.

Über die Finanzen orientierte der Verwalter Hansjörg Jorns. Die Betriebsrechnung schloss bei einem Aufwand von 2,088 Mio. Franken und einem Ertrag von 620 000 Franken mit Netto-Betriebskosten von 1,467 Mio. Franken ab. Diesen Betrag haben die angeschlossenen Gemeinden anteilmässig nach ihrem Wasserverbrauch zu tragen. In die Anlage ARA Falkenstein wurden bisher 66,5 Mio. Franken investiert, wovon Bund und Kanton 39,5 und die Verbandsgemeinden 27 Mio. Franken leisteten.

Gemeinde muss entscheiden
In den 1970er-Jahren entschieden sich Gemeinde und Kanton für den Bau einer eigenen Anlage, die 1980 in Betrieb genommen wurde. Sie entspricht jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen und ist sanierungsbedürftig. Die Gemeinde muss nun entscheiden, welches die bessere Variante ist: Ausbau der eigenen Anlage oder Anschluss an Oensingen. Die Finanzen dürften dabei entscheiden. Zu rechnen ist mit Kosten von 1,655 Mio. Franken für den Umbau der ARA und die Anschlussleitung bis Herbetswil/Hammer. Es ist mit einem Beitrag aus dem Abwasserfonds von 35 Prozent zu rechnen.

Der Zweckverband stimmte einem Anschluss der ARA Welschenrohr an die ARA Falkenstein zu und würde die durch Welschenrohr erstellte Anschlussleitung, die Regenklärbecken und das Bauwerk übernehmen. Auf eine Anschlussgebühr wird verzichtet, was auch als Beitrag an die Verbindungsleitung zu verstehen sei.

Ein Blick nach Nepal
Im Anschluss an die Versammlung orientierte Franz Gähwiler über die Arbeit der Helvetas in Nepal, wo mit viel Aufwand Wasserversorgungen und Hygieneeinrichtungen erstellt werden. In den letzten 10 Jahren entstanden 300 Trinkwassersysteme und Latrinen für 120 000 Menschen. Mit Apéro, Vorträgen des Jodlerklubs Falkenstein und der Verleihung von Dienstaltersgeschenken klang die Delegiertenversammlung aus. Besonders geehrt wurde Heinz Bussmann, der an 98 Delegiertenversammlungen und unzähligen Vorstands- und Betriebskommissionssitzungen teilnahm. «An Rücktritt denke ich noch nicht – ich hoffe, dass mich Balsthal wieder wählt», meinte er in seinen Dankesworten.

(Oltner Tagblatt)