Volksmusiksternchen Sandra Ledermann bei ihrer ersten CD-Taufe

 
Grosses Schaulaufen in Welschenrohr: «Stadlsternchen» Sandra Ledermann tauft in ihrer Heimat ihr erstes Album. Zahlreiche Volksmusikfans aus der ganzen Schweiz und ein Kamerateam von SRF sind für das Nachwuchstalent angereist.
 

Sven Altermatt

In der eigenen Heimat aufzutreten ist etwas ganz Spezielles», sagt eine sichtlich überwältigte Sandra Ledermann. Mit glänzenden Augen blickt sie ins dicht gedrängte Publikum. Die Gaststube und der grosse Saal im Welschenrohrer «Kreuz» sind restlos ausverkauft. Die Anhängerschaft ist bunt gemischt: Zu den Einheimischen, die «ihre» Sandra sehen wollen, gesellen sich Volksmusikfans aus der ganzen Schweiz. Ein Kamerateam von Schweizer Radio und Fernsehen ist nach Welschenrohr gekommen, um dem Nachwuchstalent nachzuspüren.

Am Silvesterabend gewinnt Sandra Ledermann in der Fernsehshow «Musikantenstadl» den «Stadlstern» vor einem Millionenpublikum. Nun scheint die 22-Jährige, aufgewachsen auf dem Malsenhof in Welschenrohr und als Gemeindeangestellte in Balsthal tätig, in der Volksmusikszene voll angekommen zu sein.

Im «Kreuz» wird das erste Album von Sandra Ledermann offiziell getauft. Als Taufwasser darf für einmal Sekt herhalten. Mit diesem übergiessen Heidi und Andy Borer, Paten von Sandra Ledermann und ihrem Album in Personalunion, den Täufling. Die erste CD heisst «Lasst uns heute feiern» und enthält nebst dem gleichnamigen Hit elf weitere Stücke. Diese tragen einschlägige Titel wie «Mini Heimat», «All meine Träume» oder einfach «Gute-Laune-Lied». Ledermann, die singt, jodelt und Schwyzerörgeli spielt, bietet mit ihrem Debütalbum eine gehörige Portion heile Welt. Viele Liedtexte des Albums stammen von Rainer Bader, der am Taufabend auch als Moderator durch den Anlass führt. Bader, Wirt des Laupersdörfer «Jägerstüblis», ist ein alter Hase im Volksmusikgeschäft und momentan «Sandras Begleiter im Hintergrund», wie er seine Rolle beschreibt. Seine Erfahrungen gebe er gerne weiter: «Sandra ist jung und eine begabte Musikerin. Darum möchte ich sie unterstützen.»

Die Auftritte von «Vera und ihre Oberkrainer» und Christian Vetsch machen die Plattentaufe zum kleinen Gipfeltreffen aufstrebender Volksmusiktalente. Der 15-jährige Christian Vetsch aus dem St. Galler Rheinthal singt und spielt mit seiner Steierischen Harmonika zu wohlbekannten Stücken, steigt dabei auch mal auf Stühle und Tische. Das Publikum klatscht und schunkelt im Dreivierteltakt. Vera Šolinc und ihr Ensemble fühlen sich ganz dem typischen Oberkrainerstil verpflichtet. Die slowenischen Musiker und Sandra Ledermann haben sich vor rund zwei Wochen beim Open Air «Wenn die Musi spielt» kennengelernt. «Eine Freundschaft auf den ersten Blick», freut sich Sängerin Vera.

Und dann der wichtigste Auftritt des Abends: Sandra Ledermann präsentiert zuerst das Stück, mit dem sie auch die Fernsehzuschauer von «Musikantenstadl» überzeugt hat. Das Publikum geht bei «Lasst uns heute feiern» frenetisch mit. Auf der Bühne steht eine junge attraktive Frau, die sich in der Welt der Volksmusik einen Platz erobert hat. Stolz strahlt sie über das ganze Gesicht, lässt sich zuerst von einem Playback unterstützen, hat davon aber bald genug und sagt selbstbewusst: «Fertig mit Playback, jetzt nur noch live!»

Sandra Ledermann sei «von Natur aus ein fröhlicher Mensch», bestätigen Familie und Freunde von Ledermann einhellig. In nicht einmal vier Wochen zur gefragten Volksmusikerin: Wie geht Ledermann mit dem Rummel um ihre Person um? Erstaunlich locker. «Ich werde zwar auf der Strasse nun öfter angesprochen, aber ich bleibe so, wie ich bin», beteuert sie und formuliert odenständige Ziele: «Meine Musik soll den Leuten einfach Freude machen.»

(Der Sonntag)