Welschenrohrer Bürgerhaus entstand dank viel Fronarbeit

 
40 Jahre sind es her, seit die Bürgergemeinde Welschenrohr auf der Waldlichtung Grünholz ein Forsthaus erstellte - mit viel Fronarbeit. In einer Woche wird zu einem Jubiläumsfest eingeladen.

 
Walter Schmid

Schon im 19. Jahrhundert trafen sich die Welschenrohrer im Grünholz, nördlich vom Dorf gelegen, zwischen Weide und Fluh. Die Vereine führten dort ihre Waldfeste durch, und an schönen Sonntagen war da der Treffpunkt der Familien. Die Frauen unterhielten sich beim Stricken, die Männer beim «Stöckle», einem Wurfspiel wie Kegeln, und die Kinder tummelten sich im Wald. Vor 50 Jahren baute die Bürgergemeinde den Rastplatz aus, erstellte Feuerstellen, schuf Tische und Bänke an, verbesserte die Zufahrt, errichtete einen Kinderspielplatz. Was fehlte war der Schutz vor Gewitterregen. Behelfsmässig dienten Zelte als Unterstand.

Fronarbeit war gefragt
Der Bürgerrat unter Leitung des damaligen Bürgerammanns Walter Allemann nahm sich Ende der 1960er-Jahre der Sache an: Ein Forsthaus war das Ziel. Oswald Germann erstellte die Pläne und die Baukommission bewilligte das Projekt. Ein Aufruf zu Fronarbeit hatte Erfolg. So schrieb der Bürgerammann, der die Bauleitung übernahm: «Am ersten Tag erschienen 12 Mann, dann stieg die Zahl auf 20 bis 30, und zur Rekordbeteiligung erschienen 46 Mann.» Die Arbeiten schritten zügig voran. Für die Wasserleitung musste ein 720 Meter langer Graben ausgehoben werden. Die Stromleitung führte über Stangen auf der Weide und in einem Graben im Wald. Am 1. Mai 1971 wurden alle Fronarbeiter zur Aufrichtefeier eingeladen.

Ein einmaliges Werk
Zur Einweihung am 3. Juni 1972 erschienen gegen 500 Personen. In 3000 Stunden Fronarbeit wurde ein lang gehegter Wunsch realisiert. Wasser und Strom waren nun vorhanden, ebenso eine Toilette. Dies alles erleichterte die Durchführung von Anlässen. Und so wurde das Grünholz zu einem beliebten Ort der Begegnung für Familien, Vereine, Gesellschaften und Festanlässe. Die Bürgerstube ist ideal für kleinere Gruppen, für Sitzungen und Versammlungen. Der Freisitz mit Cheminée eignet sich vorzüglich zum Grillieren bei jeder Witterung.
Mit dem Bau des Holzschopfes im Jahre 2005 wurde die Anlage ergänzt. Unterhaltsarbeiten wurden nötig. Weitere Sitzgruppen wurden angeschafft, die Zufahrtsstrasse erneuert, der Grillrost ersetzt. Schliesslich brauchte die Anlage auch eine Löschwasserreserve, dafür wurde ein Wassertank in die Erde verlegt.

Jubiläum feiern am Samstag
Am Samstag, 25. August, ab 15 Uhr steigt das Fest zum 40-jährigen Bestehen des Bürgerhauses, wie es heute genannt wird. Zu Beginn führt die Drogistin Corinne Allemann-Lack durch den Waldlehrpfad mit besonderer Beachtung der Heilpflanzen. Für Speis und Trank wird gesorgt und zur Unterhaltung tragen Sandra Ledermann, bekannt vom «Musikantenstadel», und die Alphorngruppe Welschenrohr bei.

(Solothurner Zeitung)