Wie lange bleibt die Poststelle bestehen?

 
Der Gemeinderat hat an seiner jüngsten Sitzung die Kündigung von Finanzverwalter Marc Pergher entgegennehmen müssen. Im Weiteren hat er sich mit der Absicht der Post befasst, die Poststelle zu schliessen und im Volg-Laden eine Agentur einzurichten.

 
Anton Strähl

Gleich zu Beginn der Sitzung musste der Gemeinderat in einem nicht öffentlichen Traktandum die Kündigung von Finanzverwalter Marc Pergher auf Ende Februar 2013 entgegennehmen. Soviel bekannt ist, will sich Pergher selbständig machen. Er hat sein Amt in Welschenrohr am 1. Oktober 2010 angetreten. Nun muss sich die Gemeinde einmal mehr auf die Suche nach einem neuen Finanzverwalter oder -verwalterin machen.

Wird die Poststelle Welschenrohr geschlossen?
Gemeindepräsident Stefan Schneider informierte den Rat, dass kürzlich zwei Vertreter der Schweizerischen Post vorgesprochen und darauf hingewiesen hätten, dass unsere Poststelle auf der Kippe stehe. Nach der Statistik der Post sind die Brief- und Paketsendungen und Einzahlungen am Schalter zurückgegangen. Das führte dazu, dass das Volumen der Dienstleistungen stark zurückgegangen ist. Die Vertreter der Post haben vorgeschlagen, die Poststelle zu schliessen und eine Postagentur im Volg-Laden zu integrieren. Das würde längere Öffnungszeiten bedeuten und mit Ausnahme von Bareinzahlungen könnten alle bekannten Dienstleistungen dort erledigt werden. Für die Firmen auf dem Platz müssten separate Lösungen gefunden werden. Bei den Mitgliedern des Rates kam diese Massnahme nicht gut an. Die Verschiebung der Post in den Volg-Laden sei keine Alternative, wäre dort die Diskretion nicht gewährt und könnten längere Wartezeiten anfallen. Zudem findet ein weiterer Abbau von Dienstleistungen seitens der Post statt. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig gegen eine Schliessung der Poststelle aus. Er ist allenfalls auch bereit, kürzere Öffnungszeiten zu akzeptieren.

Asylwesen neu durch die Solzialregion?
Offenbar bestehen Bestrebungen, das Asylwesen, das bisher von den einzelnen Gemeinden  geführt wurde, bei den Sozialregionen unterzubringen. Diese würden dann die Flüchtlinge in den Gemeinden betreuen. Thomas Mägli, zuständig für den Bereich Soziales, kann nicht verstehen, was damit erreicht werden soll. Das Flüchtlingswesen funktioniere in Welschenrohr gut. Jedes Mitglied der Flüchtlingskommission habe eine Gruppe Asylanten zu betreuen. Im Weiteren befürchtet der Rat, dass mit der Professionalisierung die Sache nur teurer wird. Daher beschloss der Rat einstimmig, das Asylwesen in Welschenrohr zu belassen.

Langfristige Finanzplanung im Auge behalten
Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Aufgaben und Kosten auf die Gemeinden abgewälzt werden und der Finanzausgleich immer weniger wird, möchte Gemeindepräsident Stephan Schneider sich rechtzeitig mit dem Budget 2013 befassen. Beat Allemann als Finanzkommissionspräsident ist ebenfalls der Auffassung, dass es ohne Entlastung in den kommenden Jahren schwierig werde. Allerdings sei die Gemeinde noch in einer soliden finanziellen Lage. Es gelte aber, Bilanzfehlbeträge möglichst zu vermeiden. Er schlägt vor, den bisherigen Budgetprozess beizubehalten. Allerdings soll die Fiko die wichtigsten Posten genauer ansehen. Wenn alle Anstrengungen nichts nützen, müsse einmal ein Hilfeschrei nach Solothurn geschickt werden.

Interpellation im Dreierpack
Kurz vor der Rechnungsgemeindeversammlung vom 27. August hat Andreas Marti drei Interpellationen zu den Themen Wirtschaftsförderung durch den Gemeinderat, Leitbild des Gemeinderates und Legislaturziele 2009-2013 des Gemeinderates eingereicht. Der Rat hat sich nun erstmals damit befasst, wie er die zahlreichen Fragen innerhalb einer nützlichen Frist beantworten will.

In Kürze
Der Gemeinderat hat

  • die Sanierung der Friedhofmauer (neuer Friedhof) für Fr. 15'728 an die einheimische Firma Brunner und Übelhart vergeben.
  • die Preise des Wettbewerbs "Welschenrohr heute Nr. 5" gezogen.

(Solothurner Zeitung, Oltner Tagblatt)