5000 Quadratmeter Fläche sind im Angebot

 
Die leer stehende Fabrikliegenschaft Zbinden in Welschenrohr ist in neuen Händen. Die Liegenschaft gehört jetzt der Oel-Pool AG mit Sitz im aargauischen Buchs. Grund genug für einen Blick zurück und in die Zukunft.

 
Walter Schmid

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich vor dreieinhalb Jahren die Meldung, dass die Zbinden AG in Welschenrohr geschlossen wird. Unterdessen wurde die Produktion eingestellt, die Maschinen abtransportiert und die Hallen geräumt. Aus der Konkursmasse hat die Oel-Pool AG mit Sitz in Buchs AG die Liegenschaft gekauft und sucht Möglichkeiten, wie das Gebäude wieder belebt werden könnte.

Der alte Teil des Gebäudekomplexes war ursprünglich eine Uhrenfabrik, in der die Firma Ad. Allemann Fils Uhren mit der Marke Tourist produzierte. An der Entwicklung der «Everlight», der ersten Uhr mit Beleuchtung, scheiterte die Firma anfangs der 1960er-Jahre. Die Gebäude samt Arbeitnehmer wurden von der Konkurrenzfirma Technos übernommen und weiterhin für die Uhrenfabrikation eingesetzt. Den Thalhof, das Geschäfts- und Verwaltung mit acht Wohnungen, konnte die Gemeinde ersteigern. Nach der Schliessung der Technos im Jahre 1980 erwarb im Zuge der Welschenrohrer Wirtschaftsförderung die Firma Zbinden AG, vorher in Derendingen ansässig, die Liegenschaft und baute die Leiterplattenfabrikation auf. Viele Uhrmacher fanden damals im Ort eine neue Beschäftigung.

Probleme Wasser und Abwasser
Die Produktion lief gut an und in den besten Zeiten wurden rund dreissig Leute beschäftigt. Zwei Erweiterungsbauten waren nötig. Gegen Norden entstand der Büro-Trakt, und gegen die Dünnern hin baute die Firma geräumige Hallen, um die modernsten Maschinen zu installieren. Der Gemeinde brachte die Ansiedlung der neuen Industrie aber auch grosse Probleme. Für die Herstellung der Prints bedingte den Einbau einer Galvanik-Anlage, die viel Wasser brauchte. Dies forderte in Trockenzeiten die Wasserversorgung, und die Gemeinde musste ihre Trinkwasserversorgung ausbauen. Das Abwasser belastete die Abwasserreinigungsanlage stark, vor allem der Kupfergehalt. Mithilfe der kantonalen Instanzen konnten all diese Probleme gelöst werden, nicht aber die finanziellen des Unternehmens. Diese führten zu Handänderungen, Entlassungen, Ausständen und Erlass von Gebühren. Schliesslich musste der Betrieb nach fast dreissig Jahren die Tätigkeit einstellen und Konkurs anmelden.

Käufer gefunden
Nach Jahren der Ungewissheit liess sich mit der Firma Oel-Pool in Buchs/AG einen Käufer finden. «Wir bemühen uns, das Gebäude einer neuen Funktion zuzuführen und wieder zu belebten», erklärte Marc Läuffer, der in Vertretung der Oel-Pool AG für die Liegenschaft zuständig ist. Er denkt dabei an eine Aufteilung der grossen Hallen mit insgesamt 5000 Quadratmeter Fläche an verschiedene Mieter. Infrage kämen Gewerbetreibende, Produktionsbetriebe. Bereits konnten einige Kontakte geknüpft werden.

Arbeitsplätze erwünscht
Ein Betrieb, der die ganze Liegenschaft belegen würde, ist wohl schwer zu finden. Hingegen ist die Gemeinde stark daran interessiert, dass das Gebäude wieder belebt wird. Dazu hat Gemeindepräsident Stefan Schneider konkrete Vorstellungen: «Mit neuen Arbeitsplätzen wäre der Gemeinde sehr gedient. Mit dem Wegzug einiger Firmen ist das Angebot stark gesunken, was sich auf die Gemeinde negativ auswirkt.» So hofft die Gemeinde, dass in diesem Sinne die Zbinden-Fabrik wieder verwendet wird.

(az Solothurner Zeitung)