Thaler Uhrenmuseum eröffnet an neuem Standort

 

In der ehemaligen Uhrenfabrik Technos an der Fabrikstrasse in Welschenrohr ist das Thaler Uhrenmuseum neu erstanden. In den Räumen der heutigen KultUhrfabrik hat sich der Verein Freunde der Thaler Uhrmacherei eingemietet und kann am Freitag das Uhrenmuseum feierlich eröffnen

 

Walter Schmid

Schon 1979 fand im Rahmen der 800-Jahr-Feier eine erste Uhrenausstellung statt. Im Jahre 2000 organisierte die Gemeinde Welschenrohr eine viel beachtete Uhrenausstellung in der Alten Turnhalle. Gezeigt wurden Arbeitsplätze mit der Fertigung mechanischer Uhren. Alle Thaler Uhrenbetriebe waren mit ihren aktuellen und ehemaligen Kollektionen vertreten. Urban Fink dokumentierte in seiner Schrift «Fleissige Hände» die Thaler Uhrenbetriebe von Welschenrohr bis Holderbank. In der Folge reifte die Idee, ein Thaler Uhrenmuseum einzurichten und die bewegte Geschichte der Thaler Uhrenindustrie festzuhalten.

In hellen Räumen eingerichtet
Unter Leitung von René Allemann wurde 2001 der Verein Freunde der Thaler Uhrmacherei gegründet mit dem Ziel, ein Thaler Uhrenmuseum zu schaffen. Vier Jahre später fand im Thalhof die Eröffnung statt. Der dortige Standort galt als Provisorium, und bald ging die Suche nach einem neu-en Lokal los. Ende 2010 wurde das Museum im Thalhof geschlossen. Verschiedene Standorte wurden geprüft. Schliesslich bot sich dem Verein Gelegenheit, sich in der ehemaligen Technos-Uhrenfabrik einzumieten, der heutigen KultUhrfabrik. «Auf zwei Etagen richteten wir uns ein, oben ist die Ausstellung, unten sind der Empfang und die Uhrenwerkstatt», berichtete Präsident René Allemann.
In Vitrinen sind die Exponate der Thaler Uhrenfirmen ausgestellt. Das «Welschenrohrer Zyt» von Urs Gunziger aus dem Jahre 1743, das älteste Ausstellungsobjekt, hat die wechselvolle Geschichte der Welschenrohrer Uhrenindustrie miterlebt. In einem separaten Raum, im Black Room, sind Wechselausstellungen zu sehen. Den Anfang macht dem Standort entsprechend die Technos. Im Untergeschoss werden die Gäste empfangen, mit einer Präsentation eingestimmt und über den Werdegang informiert. Der Raum dient auch für Workshops, Kurse, Sitzungen, Apéros. Museumsshop und Uhrenwerkstatt vervollständigen das Angebot.

Uhrenatelier angegliedert
Im Untergeschoss des Museums richtet Andreas Fluri von der Uhren- und Schmuckwerkstatt Patreas mit Sitz in Matzendorf sein Atelier ein. Er bringt die Fachkompetenz ins Museum und ist zu den Öffnungszeiten anwesend. «Hier kann ich Uhren reparieren, alte Uhren schätzen, Bändeli und Batterien ersetzen und die Leute beraten», erklärt Fluri. Natürlich gebe es auch Uhren zu kaufen – etwa eine Candino aus Herbetswil. Zudem gedenkt er einen Museumsshop einzurichten, Kurse anzubieten, Workshops zu organisieren, mit Schulklassen zu arbeiten – an Ideen fehlt es nicht. Fluri wird auch die permanente Ausstellung betreuen und Wechselausstellungen organisieren. Die Themen sollen sich jeweils auf das Thal beziehen. «Wir wollen ein kleines, zeitgemässes Museum betreiben, das die Thaler Uhrenindustrie dokumentiert», erklärte Andreas Fluri, der voll Begeisterung der Eröffnung entgegenfiebert.

Zuverlässige Leitung
Das Uhrenmuseum geniesst die Unterstützung durch den Lotteriefonds des Kantons Solothurn, was die Einrichtung des neuen Museums entscheidend förderte. Die Organisation obliegt dem Verein der Freunde der Thaler Uhrmacherei, gegründet 2001 und seither geführt von René Allemann. Unterstützt wird der Verein durch die Einwohnergemeinde, durch Gönner, Sponsoren und die Mitglieder. Im Vorstand amten Markus Manini als Vizepräsident, Beatrice Fink als Sekretärin, Norbert Fink als Verwalter, Andreas Fluri als Kurator und Alois Zäch als Ehrenmitglied.

Geöffnet jeweils am 1. und 3. Sonntag des Monats von 10 bis 17 Uhr, erstmals am 1. April. Führungen nach Vereinbarung mit René Allemann, 079 406 01 94.

(az Solothurner Zeitung)