Kunst, Brot, Flamenco und viel Freude

 

Über tausend Personen besuchten die zwölf Schauplätze am Kulturtag


Der Kulturtag Thal war auch in diesem Jahr ein gelungenes Fest. «Überall habe ich die Begeisterung der Veranstalter erfahren. Der Publikumserfolg hat unsere Bemühungen bestätigt, was uns für kommende Aktivitäten noch mehr motiviert», schwärmt Markus Egli, Präsident von Kultur im Thal. Über tausend Personen haben die Gelegenheit genutzt, das vielfältige Kulturangebot von zwölf Veranstaltern im Naturpark Thal kennen zu lernen und haben dabei auch vom Wetterglück profitiert. Bereits das Vorabendprogramm in der Haulismatt-Halle Balsthal war ein Grosserfolg. Christian Schenker und seine Grüüveli Tüüfeli konnten die Bühne erst nach drei Zugaben verlassen.


Hans Weber/Walter Schmid

Kultur unter freiem Himmer
Auffallend viele Angebote fanden dieses Jahr unter freiem Himmel statt. Aussergewöhnliches tat sich im unteren Teil der Wolfsschlucht. Florian Weiss Glanzmann, der in Welschenrohr aufgewachsen ist, realisierte mit Hanfschnur aus der Seilerei Berger in Laupersdorf eine Installation. Dabei spannte er Schnüre in zwei verschiedenen Dicken von Baum zu Baum, von Felsen zu Steinbrocken, von Wurzeln zu Baumstrünken. Sieben Schnüre kommen aus einer Höhle und warten darauf, weitergesponnen zu werden. «Ich sehe mich als Animator, der die Besucher auffordert, die Fäden und Netze zu erweitern und so ein spezielles Kunstwerk zu schaffen», erklärte Florian Weiss Glanzmann. Tatsächlich bemächtigten sich die zahlreichen Besucher der Schnurhaspel, sponnen das Werk weiter und liessen ihrer Fantasie freien Lauf. So entstand ein interessantes Werk, das der Wolfsschlucht ein aussergewöhnliches Aussehen gibt. Die Installation mit den Hanfschnüren bleibt noch einige Wochen bestehen, kann frei besichtigt werden und mit einer Wanderung durch die romantische Wolfsschlucht verbunden werden. Diese kann mit dem Postauto von der Haltestelle Hammerrain leicht erreicht werden.

«Mit an die dreihundert Leuten waren die beiden Anlässe über Erwarten gut besucht», stellte Sandra Diemand, Präsidentin der Kulturkommission Welschenrohr, fest. In der Schlucht konnten zudem Objekte des Vereins Festungswerke unter fachkundiger Führung bestaunt werden. Auf einem langen, geheimnisvollen Gang gelangte man etwa zu einer alten Gefechtsstellung aus dem zweiten Weltkrieg. Die imposante Kanone zauberte ein Staunen in jedermanns Gesuch und man fragte sich, wie diese wohl hier hoch transportiert wurde.
Auch die Einweihung der Skulpturengruppe «Visitors» des Künstlers Sammy Deichmann auf der Allmend über Aedermannsdorf konnte vom überraschend schönen Wetter profitieren. Die aus gekohlten Eichenstämmen erstellten «Visitors» - Besucher des Naturparks Thal - sollen dereinst an verschiedenen markanten Plätzen in einem Dialog zur Umgebung stehen und die Wahrnehmung für landschaftliche Besonderheiten stärken.
Aber nicht nur die Veranstaltungen unter freiem Himmel fanden grossen Anklang. Auch die weiteren Angebote am Kultursonntag, die höchstes Niveau aufwiesen. So waren die Besucherinnen und Besucher restlos begeistert von den Auftritten der Flamenco-Tänzerin Julia Stucki und des Gitarristen Nick Perrin. Das Museum Haarundkamm bot dabei einen sehr stimmungsvollen Rahmen, sodass die fulminante Darbietung zum grossen Gesamterlebnis wurde - ganz abgesehen von den liebevoll zubereiteten Tapas, welche im Foyer aufgetischt wurden.

Rundum zufriedene Gesichter
Der Kultursonntag bot noch einiges mehr: Die Hollywood-Filmrequisiten im Schloss Alt Falkenstein, den Künstler Adrien Jutard in der Galerie Rössli, die Oldtimer im Energy Park Laupersdorf, Brot backen in der Mühle Ramiswil. Das kürzlich eröffnete Uhrenmuseum in Welschenrohr und die offenen Künstlerateliers im neuen veritablen Kulturzentrum in der KultUhrfabrik Welschenrohr wurden förmlich überrant. Es waren überall rundum zufriedene Gesichter anzutreffen. So darf man gespannt sein, was die Veranstalter von Kultur im Thal nächstes Jahr wieder auf die Beine stellen werden.

(Oltner Tagblatt)

 

  

  

  

  

  

 

 

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