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Einwohnergemeinde Tel. +41 (0) 32 639 50 50
Hauptstrasse 550 Fax +41 (0) 32 639 50 51
4716 Welschenrhr info@welschenrohr.ch
 
 

Aus der Welschenrohrer Geschichte

Welschenrohr blickt auf eine über 800-jährige Geschichte zurück. Die erste Erwähnung finden wir in einer Urkunde von Papst Alexander III. datiert vom 27.Februar 1179 an das Chorherrenstift Münster-Granfelden, in der er dessen Besitzungen bestätigte. In dieser Bulle des Papstes steht zu lesen:

 

«Villam de Rore cum capella et maiore parte decimarum.»
(Das Dörfchen Rore mit einer Kapelle und dem grössten Teil des Zehnten).

 

Der Name Rohr stammt aus dem lateinischen Wort rosaria, was auf ein Gebiet hinweist, in dem Schilf und Binsen wachsen. Davon ist auch der welsche Name Rosières abgeleitet. Die Nähe zum Welschland dürfte auch die Ergänzung des Ortsnamens zu Welschenrohr bewirkt haben.

 

Foto einstUm 1400 zählte man kaum mehr als 30 Einwohner, 1514 war die Bevölkerung auf 60 Personen angestiegen. Anfangs des 15. Jahrhunderts dehnte die Stadt Solothurn ihre Interessen auf die Gebiete Thal und Gäu aus. Mit der Probstei Münster-Granfelden ging sie 1404 ein Burgrecht ein, was eine grössere Sicherheit gegenüber politischen Angriffen gewährte.

 

Nach Ausbruch der Reformation mussten der Probst und die Chorherren flüchten, zuerst nach Solothurn und dann nach Delsberg (1531). Rohr kam so unter solothurnische Herrschaft. 1569 verkaufte das Stift den Kirchensatz von Rohr um 150 Kronen an die Stadt Solothurn.

 

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Bis gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts lebten die Bewohner des Hintern Thales als Bauern von der Bewirtschaftung des Bodens nach der Dreifelderwirtschaft in sehr bescheidenen Verhältnissen. Im 16. Jahrhundert gab es zwei Mühlen, die eine am Mühlebach und die andere am Schafbach.

 

Später kam noch die Lochmühle an der Dünnern dazu. Diese wurde in den letzten Jahren wieder in Stand gestellt und ist nun der Bevölkerung zugänglich. In Ratsmanualen erschienen die «Weltschenrohrer» als Jäger, die von der Regierung Belohnungen in Form von Hosen oder Tuch für das Erlegen von Bären und Wölfen erhielten.

 

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Im 18. Jahrhundert fasste die Uhrenindustrie in Welschenrohr Fuss. Urs Gunziger stellte Wand- und Turmuhren her, die im Jura und sogar im Elsass ihre Abnehmer fanden. Eine Wanduhr aus dem Jahre 1745 ziert heute das Büro des Gemeindepräsidenten. Ende des letzten Jahrhunderts setzte mit der Gründung der Société d’horlogerie à Rosières SA die Entwicklung der Uhrenindustrie richtig ein. Unterstützt durch die Gemeinde baute diese Firma die erste Uhrenfabrik, die «Rosetta».

 

RosettaSie wurde 1986 abgebrochen und an ihrer Stelle steht nun seit 10 Jahren das Wohn- und Geschäftshaus mit dem gleichen Namen. Die Uhrenindustrie machte eine wechselvolle Geschichte durch, die Krisen der zwanziger und dreissiger Jahre überbrückte man mit Notstandsarbeiten wie Meliorationen und Strassenbau. Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte die Uhrenindustrie förmlich auf, man zählte in den sechziger Jahren an die 600 Arbeitsplätze, dazu kamen noch viele Heimarbeiterinnen oder Heimarbeiter. In acht Fabriken und vielen kleinen Ateliers wurden Uhrwerke zusammengestellt und in alle Länder exportiert.

 

In den siebziger Jahren erfolgte dann der Zusammenbruch der Uhrenindustrie in Welschenrohr; viele Uhrmacher zogen weg, andere wurden zu Pendlern. Dank intensiver Bemühungen der Gemeindebehörden gelang es in den achtziger Jahren verschiedene mittlere und kleinere Betriebe anzusiedeln, so dass wenigstens ein Teil der verlorenen Arbeitsplätze ersetzt werden konnte.

 

Die Rezession der Neunzigerjahre hat auch den neuen Betrieben arg zugesetzt. Sie alle versuchen, die kritische Phase zu überstehen und hoffen auf bessere Zeiten.

 

 
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