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Welschenrohr blickt auf eine über 800-jährige Geschichte
zurück. Die erste Erwähnung finden wir in einer Urkunde
von Papst Alexander III. datiert vom 27.Februar 1179 an das Chorherrenstift
Münster-Granfelden, in der er dessen Besitzungen bestätigte.
In dieser Bulle des Papstes steht zu lesen:
«Villam de Rore cum capella et maiore parte decimarum.»
(Das Dörfchen Rore mit einer Kapelle und dem grössten
Teil des Zehnten).
Der Name Rohr stammt aus dem lateinischen Wort rosaria, was auf
ein Gebiet hinweist, in dem Schilf und Binsen wachsen. Davon ist
auch der welsche Name Rosières abgeleitet. Die Nähe
zum Welschland dürfte auch die Ergänzung des Ortsnamens
zu Welschenrohr bewirkt haben.
Um 1400 zählte man kaum mehr als 30 Einwohner, 1514 war
die Bevölkerung auf 60 Personen angestiegen. Anfangs des
15. Jahrhunderts dehnte die Stadt Solothurn ihre Interessen
auf die Gebiete Thal und Gäu aus. Mit der Probstei Münster-Granfelden
ging sie 1404 ein Burgrecht ein, was eine grössere Sicherheit
gegenüber politischen Angriffen gewährte.
Nach Ausbruch der Reformation mussten der Probst und die Chorherren
flüchten, zuerst nach Solothurn und dann nach Delsberg (1531).
Rohr kam so unter solothurnische Herrschaft. 1569 verkaufte das
Stift den Kirchensatz von Rohr um 150 Kronen an die Stadt Solothurn.
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